Muss ich mein Pferd einer Entgiftung unterziehen und mit welchem Mittel?

Oft hört man von einer Entgiftung mit Montmorillonit oder Bentonit. Ist so eine Maßnahme zielführend bzw. sinnvoll?

Sehr oft kommt die Diskussion auf, ob ein Tierhalter sein Pferd entgiften muss. Laut den Befürwortern ist das Futter (Gras, Heu, Stroh) unserer Pferde sehr oft durch den Einsatz von Herbiziden belastet. Durch diese Belastung wird der Stoffwechsel der Pferde belastet und nur eine Entgiftung bringt wieder eine Verbesserung der Gesundheit.

Die Gegner jedoch schreiben den Begriff Entgiftung bei Pferden der Esoterik zu und vertreten die Meinung, dass es besser ist, dem Pferd hochwertiges Futter zu geben, welches nicht belastet ist, als das Pferd vorher Schadstoffe fressen zu lassen und im sich Nachhinein zu sorgen, wie man diese Schadstoffe wieder aus dem Pferd rausbringt. Wer optimal füttert, der benötigt keine Entgiftung, so hier die vorherrschende Meinung.

Dekontamination vs. Entgiftung

Sehr oft wird der Begriff entgiften verwechselt mit der Dekontamination (vergl. Mit http://www.vetpharm.uzh.ch/reloader.htm?CLINITOX/pfd/toxtpfd.htm?clinitox/pfd/toxipfd.htm ). Es kann durchaus vorkommen, dass Pferde Giftstoffe fressen, sei es durch eine kontaminierte Futtermittelcharge, dem Fressen von Giftpflanzen, Insektiziden, Herbiziden oder durch die Verabreichung von Medikamenten. Ja, das sollte nicht passieren, kann aber gelegentlich vorkommen. Dann ist eine Dekontamination notwendig. Rufen Sie in diesem Fall den Tierarzt Ihres Vertrauens.

Entgiftung mit Montmorillonit

Häufig wird bei Beschwerden wie Sommerekzem, Hufrehe, Hautpilze, Kotwasser oder Durchfällen eine Entgiftung mit Montmorillonit empfohlen.

Was ist Montmorillonit?

Montmorillonit ( vergl. mit http://de.wikipedia.org/wiki/Montmorillonit) ist ein gewöhnlich weißes Mineral, welches aber durch Fremdstoffe verunreinigt auch eine andere Farbe annehmen kann. Das Mineral ist bekannt, weil es der wesentlichste Bestandteil von Bentonit ( vergl. mit http://de.wikipedia.org/wiki/Bentonit ) ist (bis zu 80%). Bentonit hat unter anderem seinen hohen Bekanntheitsgrad, weil es als Katzenstreu Verwendung findet.

Montmorillonit und Bentonit  werden im medizinischen und tiermedizinischen Bereich als Mittel gegen Durchfall eingesetzt.

Welche Produkte mit Montmorillonit bzw. Betonit gibt es für Pferde?

Wir haben doch einige Produkte dazu gefunden und können an dieser Stelle keine vollständige Liste anbieten, sondern nur einige Beispiele:

Ein Produkt, auf das man in einigen Foren und Pferdeseiten stößt ist Kristallkraft No1 http://www.kristallkraft-pferdefutter.de/entgiftung-bei-pferden

Aber auch Ekzem Plus von Marstall ist oft vertreten http://www.marstall.eu/cms/produkte/spezial-linie.html?page=shop.product_details&flypage=flypage.tpl&category_id=7&product_id=27

Mytox Futteradditiv http://hbd-agrar.de/produkte/hbdasr-mytoxr

Oder die Heilerde aus dem DM Markt: http://www.dm.de/de_homepage/

Eigentlich für Rinder, wird aber auch bei Pferden genommen Toxan Plus vom Lagerhaus http://www.unserlagerhaus.garant.co.at/netautor/napro4/appl/na_professional/parse.php?mlay_id=2500&mdoc_id=1002810

Gibt es Erfahrungswerte

Wir konnten bei unseren Recherchen keine anerkannten Studien dazu finden (sollte hier jemand eine Quelle haben, bitte um Info), aber es gibt viele Erfahrungsberichte von Pferdehaltern.

Viele Pferdehalter sprechen Bentonit und Montmorillonit die Eigenschaft zu, dass es Giftstoffe bindet und aus dem Körper des Pferds transportiert. Es hilft offenbar, wenn das Pferd etwas verschimmeltes gefressen hat, oder wenn das Pferd mit Kotwasser zu kämpfen hat. Wunder darf man aber nicht erwarten und hält das Kotwasser oder die Beschwerden an, dann muss dieses Zusatzfutter abgesetzt werden, weil es anscheinend auch erwünschte Stoffe bindet und aus dem Körper zieht.

Andere sprechen von nur kurzer Wirkung, dann traten die Beschwerden wieder auf. Nicht wenige Pferdehalter vertreten die Meinung, dass ein Futterwechsel oder Stallwechsel sinnvoller ist, als erst im Nachhinein irgendwelche unerwünschte schädliche Stoffe zu binden und aus dem Körper des Pferds abzuführen.

Einige empfehlen den Wirkstoff nur schwach zu dosieren und das Haue damit anzustauben, oder etwas ins Futter zu mischen.

Wichtig zu wissen ist, dass dieser Futterzusatz nur gezielt bei Beschwerden und in Absprache mit dem Tierarzt einzusetzen ist und das es nicht vorbeugend gegen irgendwelche Beschwerden hilft.

Diese Futterzusätze werden auch in unterschiedlichsten Qualitätsstufen angeboten und auch die Preise divergieren stark. Ein Vergleich der angebotenen Produkte lohnt daher.