Hafer als Pferdefutter

Bei vielen Pferdehaltern ist Hafer unbeliebt, dabei ist er, gute Qualität vorausgesetzt, durchaus empfehelnswert.

Der Ruf von Hafer ist bei den meisten Pferdehaltern nicht unbedingt gut. Die meisten Pferdebesitzer vermeiden Hafer in der Fütterung komplett, was jedoch absolut falsch ist. Wissenschaftlich wurde bereits mehrmals bewiesen, dass Hafer nach wie vor das bekömmlichste Getreide für Pferde ist. Hafer kann am besten verdaut werden und ist darüber hinaus sehr kostengünstig. Auf die Qualität muss natürlich geachtet werden.

Vorteile von Hafer

Das Getreide Hafer kann vom Pferd am leichtesten verdaut werden. Es muss vor der Verfütterung keinesfalls gepoppt, geschrotet oder gequetscht werden, wie Gerste oder Mais. Dieses Getreide enthält Schleimstoffe, die die Verdauung anregen. Darüber hinaus sind ungesättigte Fettsäuren enthalten. Das Eiweiß im Hafer ist sehr gut. Es kann zu keiner Verkleisterung des Magens führen, da kein Dinkel, Weizen oder Roggen enthalten ist.

Häufig haben die Menschen Angst, dass Pferde zu viel Eiweiß erhalten, wenn sie Hafer gefüttert bekommen. Dies ist jedoch nur ein weit verbreitetes Vorurteil, das schnellstmöglich aus der Welt geschafft werden sollte. Hafer enthält sogar weniger Eiweiß als Gerste. Im Vergleich zu Gerste und Mais enthält der Hafer einen höheren Gehalt an Aminosäuren. Diese essenziellen Aminosäuren können nicht selbst vom Körper produziert werden, sind jedoch für sämtliche Körperzellen von großer Bedeutung, sodass dieser große Anteil an Aminosäuren ein dicker Pluspunkt für Hafer ist. Normalerweise können Freizeitpferde im Erhaltungsbedarf oder mit leichter Arbeitsleistung ihren Energie- und Eiweißbedarf durch gutes Heu decken, sodass diese nicht unbedingt Hafer oder ähnliches benötigen. Die Gabe eines passendes Mineralfutters reicht hier vollkommen aus.

Welcher Hafer für Ihr Pferd?

Das Quetschen des Hafers ist nicht notwendig, da das Pferd Hafer ohnehin gut verdauen kann. Nur bei Pferden, die nicht richtig kauen können, sollte der Hafer gequetscht werden. Vor allem ältere Pferde mit Zahnproblemen können diese Getreideart nicht ohne Probleme kauen. Bei Fohlen und Jungpferden sollte ebenfalls gequetschter Hafer verfüttert werden. Aufgrund der geringen Haltbarkeit sollte Quetschhafer noch am gleichen Tag verfüttert werden. Nach dem 3. Tag sollte er keinem Pferd mehr angeboten werden.

Die einzelnen Haferkörner sind oftmals in den Pferdeäpfeln sichtbar, was jedoch vollkommen normal ist. Hafer hat keine 100 %ige Verdaulichkeit. Wenn man sich überlegt, dass bei 1 kg Hafer hunderte einzelne Körner enthalten sind, ist es sicherlich normal, dass in einem Pferdeapfel mal ein Körnchen zu finden ist.

Lagerung von Hafer

Der Hafer muss trocken geerntet werden und danach etwa 12 Wochen gelagert und getrocknet werden. Vorher kann er nicht verfüttert werden. Sollte der Hafer kürzere Zeit gelagert werden, dann kann dies zu vielen gesundheitlichen Störungen des Pferdes führen. Vor allem Koliken, Hauterkrankungen, Husten und Hufrehe treten häufig auf. Guter Hafer kann auch durchaus 1 Jahr gelagert werden, wenn er kühl, trocken und dunkel aufbewahrt wird.

Qualitätsmerkmale von Pferde-Hafer

Grundregel: Je größer und dicker das Haferkorn, umso höher ist der Energiegehalt bei reduziertem Rohfaser- und Eiweißgehalt. Sollte das Haferkorn eher schmal und länglich sein, dann enthält es besonders viel Eiweiß und Rohfaser. Guter Hafer muss ein Litergewicht von 550 Gramm haben. Gewichte unter 450 Gramm sind ungeeignet und von schlechter Qualität. Dies wird dann auch oft an sehr flachen Körnern mit wenigen Nährstoffen erkannt. Mit der Sinnenprobe kann die hygienische Qualität besonders gut beurteilt werden. Der Hafer sollte also genau unter die Lupe genommen werden. Je nach Sorte kann er weiß, schwarz oder gelb sein. In Deutschland werden in den meisten Fällen gelbe Hafersorten angeboten. Farbveränderungen können bei dieser Sorte besonders leicht erkannt werden. Bräunliche und graue Stellen am Hafer sprechen für Schimmelbefall. Das Haferkorn kann auch gerne mal von Innen betrachtet werden, da sich auch hier schimmelige Stellen verbergen können. Hafer sollte niemals säuerlich oder muffig riechen. Qualitätshafer schmeckt nussig und ein wenig süß.