Zahnpflege für Nagetiere

Zahnpflege für Nagetiere erfolgt durch die Beigabe von sehr harem Futter, welches dann abgenagt wird.

Funktionstüchtige Zähne sind besonders für Nagetiere überlebenswichtig. Normalerweise erhalten sich die Tiere ihr Gebiss alleine durch das Nagen gesund, das können sie aber nur mit entsprechend hartem Nagerfutter, welches die Zähne ständig abzunützen vermag. Dadurch werden die Nagerzähne regelrecht geschliffen und bleiben ein Leben lang scharf. Das geschieht durch die zwei verschiedenen Materialien, aus denen das leistungsfähige Nagergebiss besteht. Die Schneidezähne haben einen großen Anteil an weichem Dentin, die Vorderseite jedoch weist eine dünne Schicht aus Zahnschmelz auf, der extrem hart ist. Der Zahnschmelz der Nagetiere zählt sogar zu den härtesten Materialien, die es im Tierreich gibt. Weil sich das weichere Dentin schneller abnützt als der harte Schmelz, entsteht am Übergang eine Kante, die beinahe so scharf ist wie eine Rasierklinge. Nur mit intakten Schneidezähnen kann das Nagetier ein artgerechtes Leben führen. Bei der Ernährung muss deshalb unbedingt auf geeignete harte Nahrungsbestandteile geachtet werden, die eine ausreichende Abnutzung der Zähne gewährleisten können. 

Der wichtigste Bestandteil von Nagerfutter ist das Heu, dies gilt auch für die Zahnpflege. Beim Fressen des harten Trockengrases können sich die Schneidezähne wunderbar gegenseitig abschleifen. Wenn man bedenkt, dass Nagerzähne im Durchschnitt zwei bis drei Millimeter in der Woche wachsen, ist das auch bitter nötig. Werden sie nicht genügend beansprucht, nutzen sie sich nicht ab und wachsen immer länger.

Das führt bei den niedlichen Tieren schnell zu Problemen bei der Nahrungsaufnahme, im schlimmsten Fall wird das Maul gänzlich versperrt. Dann kann nur noch der Tierarzt helfen, indem er die Schneidzähne kürzt. Das kann passieren, wenn der Nager nicht genug Heu frisst, beispielsweise weil er zu viel nährstoffreiches und somit sättigendes Trockenfutter aus dem Zoohandel bekommt. Tierhalter müssen deshalb das Fressverhalten ihrer Nager immer beobachten und gegebenenfalls korrigierend eingreifen.

Wenn ein Nagetier Heu in ausreichender Menge zu sich nimmt, sind und bleiben seine Schneidezähne normalerweise ein Leben lang funktionstüchtig. Aber schon durch eine längere Phase unkontrollierten Zahnwachstums kann es zu Fehlstellungen im Nagergebiss kommen, die dann immer wieder durch den Tierarzt behandelt werden müssen. Um das zu verhüten können Haustierbesitzer neben Heu noch für weitere Hartbestandteile im Nagerfutter sorgen, welche die Zahnabnutzung unterstützen. Dazu gehört unter anderem trockenes Brot, das natürlich niemals schimmlig sein darf. Mehr als einmal in der Woche sollten Nagetiere Brot allerdings nicht bekommen, denn sonst droht Übergewicht. Für den zusätzlichen Knabberspaß kann der Nagerliebhaber seinen Tieren Zweige zur Verfügung stellen. Diese sollten am besten von Obstbäumen stammen, die nicht mit chemischen Spritzmitteln behandelt wurden.