Snacks für Nagetiere

Snacks für Nagetiere: Obgleich vom Handel hochgepriesen, sollten Snacks nur in kleinen Mengen gefüttert werden.

Die Zoohandlungen verkaufen Snacks und Leckerlis in allen möglichen Variationen als Ergänzung zum Nagerfutter. Laut den Angaben auf den Verpackungen sind die Knabberartikel und Kräcker ganz genau auf die Bedürfnisse der jeweiligen Nagerart abgestimmt. Bei den Fütterungsempfehlungen muss der Haustierbesitzer allerdings vorsichtig sein, an den Mengenangaben der Hersteller sollte er sich lieber nicht orientieren. Meist sind diese viel zu hoch gegriffen für solch reichhaltiges Futter, welchem auch noch zusätzlich Zucker oder Süßstoff beigefügt wurde. Von anderen bedenklichen Zusatzstoffen ganz zu schweigen. Snacks, Leckerlis und Knabberstangen für Nager sollten deshalb wie Süßigkeiten behandelt und nur in geringen Mengen verfüttert werden.

Bei empfindlichen Nagern können bestimmte Leckereien sogar Verdauungsprobleme hervor rufen. Viele vertragen entweder den Zucker oder sonstige Süßungsmittel nicht, andere reagieren auf Joghurt oder Milch, die in Drops und ähnlichen Nagersnacks verarbeitet werden. Der Tierbesitzer sollte auf etwaige Unverträglichkeiten achten und seine Tiere vermehrt beobachten, wenn er ihnen Nagerfutter vorsetzt, welches sie sonst noch nie bekommen haben. Manche Knabberstangen werden in fertigen Plastikaufhängungen verkauft, die nur noch in den Käfig gehängt werden müssen. Der Knabberdrang kann mit eifrigen Nagern aber schnell einmal durch gehen, so dass sie nicht nur die Snacks, sondern auch die Plastikhalterung annagen. Das kann unter Umständen großen Schaden anrichten. Im besten Fall reagieren die kleinen Tiere allergisch auf den Kunststoff, wenn aber größere Stücke in den Magen oder gar in den Darmtrakt gelangen, wird es richtig gefährlich. Solche Plastikpartikel können die empfindlichen Schleimhäute verletzen oder schlimmstenfalls einen Darmverschluss verursachen.

Es gibt aber auch gesunde Snacks als Ergänzung zum eintönigen Nagerfutter. Selbst gesammelte Kräuter gehören in der warmen Jahreszeit dazu, im Winter kann man im Tierfachhandel getrocknete Kräutermischungen kaufen. Günstig und unbedenklich sind auch Brotleckereien für Nager. Altes, hart gewordenes Brot ist zwar lecker, aber reichhaltig, und darf deshalb nur in Maßen gegeben werden. Gleiches gilt für Zwieback oder Knäckebrot. Auch solche Snacks sind wie Süßigkeiten zu behandeln und entsprechend sparsam zu verfüttern. Für den harmlosen Knabberspaß der Nager eignen sich hingegen Obstbaumzweige, die der Tierhalter selbst pflücken kann. Dabei sollte nur darauf geachtet werden, dass die Äste unbedingt frei von chemischen Spritzmitteln sind.

Umstritten sind Mineralsteine und Lecksteine, die besonders für Meerschweinchen angeboten werden. Die Steine dienen zwar der Beschäftigung der Tiere, bei entsprechend ausgewogenem und vielseitigem Nagerfutter sind sie aber für die Ernährung nicht notwendig. Werden die Nager ansonsten schon mit ausreichenden Nährstoffen versorgt, kann so ein Stein sogar zur Überversorgung mit Mineralstoffen oder Vitaminen führen.