Futter für Nagernachwuchs

Bei der Fütterung von Tieren mit Nachwuchs muss beachtet werden, dass Jungtiere relativ bald bei Nahrung der Erwachsenen mitnaschen

Die Nagerjungen der meisten Arten fangen schon früh an, sich für das Futter der Erwachsenen zu interessieren. Die Kleinen nehmen wahr, was die Mutter zu sich nimmt, schnüffeln daran, und probieren auch schon einmal. Die Mutter fördert dieses Interesse, indem sie ihren Jungen das eine oder andere Stück ins Nest bringt und als Futter anbietet. Das gilt für Heu ebenso wie für Trockenfutter und frische Nahrungsbestandteile. Beim Nagerfutter muss der Tierhalter während der Babyzeit also in Betracht ziehen, dass alles, was er an Nahrung in den Käfig gibt, auch potenziell von den Jungen gefressen wird. Im Prinzip kann der Besitzer mit der Fütterung fort fahren wie bisher auch, nur beim Frischfutter gibt es ein paar besondere Regeln.

Anfänglich sollte man Nagerbabys eher vorsichtig an Frischfutter heran führen. Besonders wasserhaltige Gemüsearten, wie beispielsweise die Gurke, können beim Nagernachwuchs schnell zu Durchfall führen. Bei so kleinen Tieren kann sich ein Durchfall rasch zu einer lebensbedrohlichen Erkrankung ausweiten. Das Nagerfutter muss in der frühen Jugend der Tiere also mit Bedacht ausgewählt werden.

Die meisten Nagerjungen brauchen für ihr Gedeihen den Blinddarmkot ihrer Mutter, der die wichtigen B-Komplex-Vitamine enthält, welche die Kleinen noch nicht selber bilden können. Durch die Aufnahme des mütterlichen Blinddarmkots kann sich die Darmflora der Babys erst aufbauen. Besonders wichtig ist die Phase der Umstellung von Milch auf festes Nagerfutter, wenn der Darm der Jungen den Eintritt von Krankheitskeimen noch nicht selbständig bewältigen kann. Die Ausbildung eines intakten Immunsystems ist Nagerbabys ebenfalls nur mit Hilfe des Blinddarmkots möglich.

Die Chinchillakinder weisen eine Besonderheit unter den Nagetieren auf. Bis etwa zum fünften Monat verfügen die Kleinen über kein Gefühl der Sättigung und neigen deshalb dazu, übermäßig zu fressen. Der Chinchillahalter muss also unbedingt darauf achten, dass eine Überfütterung der Jungen verhindert wird. Sonst können die Babys von Anfang an zu dick werden, aber auch der lebensgefährliche Durchfall droht bei einem Zuviel an Nahrung. Der Darm ist noch nicht dazu in der Lage, allzu üppige Mahlzeiten zu bewältigen. Solchen Problemen kann man vorbeugen, indem das Jungtier einzeln gefüttert wird. Bevor das gesamte Nagerfutter in den Käfig gegeben wird, bedenkt man das Kleine erst einmal mit einer Hand voll frischem Heu, damit es eine Weile beschäftigt ist. Während dessen können sich die Erwachsenen dann ihre normale Futterration schmecken lassen. Bei der Fütterung seiner Chinchillakinder sollte der Besitzer jedoch immer ein Auge auf die Gruppe haben, damit jeder das frisst, was für ihn bestimmt ist.