BARF und Futterzusätze

Benötigt man Futterzusätze bei BARF für eine ausgewogenen Ernährung? Der Vergleich mit der wissenschaftlichen Tabelle bringts ans Licht.

Ist es beim BARFen notwendig Zusätze zu verwenden? Hierzu sollte man sich einfach mal die Nahrungsbestandteile des Futterplanes ansehen und diese dann mit einer wissenschaftlichen Tabelle vergleichen, die die Bedarfswerte eines Hundes auflistet.

Zink als Zusatzmittel

Die Verfügbarkeit von Zink in der Nahrung wird von einigen Faktoren beeinflusst. Diätische Antagonisten, die die Aufnahme von Zink stören, spielen hierbei eine große Rolle. Aber auch die Herkunft des Zinks und die generelle Zufuhr sind wichtige Faktoren. Ein Hund benötigt etwa 1 mg je Körpermasse pro Tag. Wenn man eine zusätzliche Gabe von Zink veranlasst, dann kann dies aber auch schaden. Ab einem gewissen Punkt kann Zinküberschuss zu einem sekundären Kupfermangel führen. Ein Hund, der mit BARF ernährt wird, benötigt also keine ZINK-Tabletten.

Selen für das Futter

Wer sich Sorgen um eine ausreichende Versorgung mit Selen macht, der kann seinem Hund Paranüsse geben. Auch Kokosraspeln können zum Einsatz kommen. Diese werden auch eingesetzt, um den Hund wurmwidrig zu ernähren. Mit einem Esslöffel Kokosraspeln am Tag wäre der wissenschaftliche Schätzwert bei einem Hund mit 38 Kilogramm auf jeden Fall gedeckt.

Magnesium meist ausrechend

Die Absorption von Magnesium wird von der Aufnahme anderer Stoffe beeinflusst. Die aufgenommene Menge an Phytinsäure aus Getreide und die Aufnahme von Kalzium spielt eine große Rolle. Aufgrund der fleischbasierten Nahrung ist beim BARFen davon auszugehen, dass kein Magnesium-Mangel besteht.

Kalium ist im Gemüse

Der Mindestbetrag beträgt 6 bis 10 mg pro Kilogramm Körpermasse. Man geht von einem Bedarf von 55 mg pro Kilogramm Körpermasse aus, weil dieser Mineralstoff durch die Aufnahme verschiedener Faktoren gehemmt wird. Der Kaliumbedarf steigt an, wenn Stärke oder Kohlehydrate gefüttert werden. Auch Schlachtabfälle erhöhen den Bedarf. Diese sind besonders häufig im Trockenfutter zu finden. Die Zutaten sollten kaum in BARF-Mahlzeiten zu finden sein, sodass der Kalium-Bedarf bei roh ernährten Hunden geringer ausfällt.

Vitamin D, das umstrittene Vitamin

Ob Hunde wirklich Vitamin D benötigen, ist umstritten. Wissenschaftler gehen aber davon aus, dass Hunde in der Lage sind, Vitamin D mit Hilfe von UV-Strahlen selbst zu synthetisieren. Andere Wissenschaftler behaupten das komplette Gegenteil, sodass der Hund Vitamin D auf jeden Fall aufnehmen sollte. Welchem Ansatz nun Glaube geschenkt wird, liegt bei jedem selbst. Die sinnvollere Erklärung ist jedoch, dass Hunde kein Vitamin D benötigen, da sie ja ansonsten in der Vergangenheit kaum hätten überleben können.

Jod, leicht erreichbar

Bei Jod geht man von einer Interaktion unterschiedlicher Mineralien aus. Ein hoher Gehalt an Kalzium und Kalium beeinflussen die Absorption. Hunde scheinen sich recht anpassungsfähig zu verhalten, wenn es um Jod geht. Bei erwachsenen Hunden geht man von einem Bedarf von 15 mg pro KG Masse aus. Der Wert ist mit Fleisch, Innereien und Gemüse zu erreichen.

Fazit - Sind Zusätze nötig?

Prinzipiell brauchen Hunde also keine speziellen Zusätze. Es gibt jedoch welche, die aufgrund des Faktes, dass sich in den meisten Hundeschüsseln kein BIO-Fleisch, ausreichend Seefisch oder ganze Beutetiere wiederfinden, Sinn ergeben. Die Ergänzung des Planes mit Kräutern, Algen, Ölen uns Salzen mit hohem Omega-3-Fettsäuregehalt sind überaus sinnvoll und empfehlenswert. Die Substitution mit anderen Ergänzungsmittel ist nur dann sinnvoll, wenn das Fellohr keine Knochen frisst, diese nicht verträgt oder die Innereien verschmäht. Sollte der Hund einen ausgewogenen Futterplan haben, der auch BIO-Futter beinhaltet, dann ist die unüberlegt Gabe von Mineralstoffen und Vitaminen nicht sinnvoll. Zu hohe Mengen an bestimmten Stoffen können nämlich ebenfalls Probleme hervorrufen. Die Nährstoffe sind fast alle überdosierbar und außerdem wird die Interaktion von Nährstoffen beeinflusst, sodass ein sekundärer Mangel entsteht. Heilkraut unterstützt den Hund im Krankheitsfall, sodass dieses nicht zum festen Nahrungsbestandteil gehören sollte.

Darüber hinaus sollte man sich merken, dass die wissenschaftlichen Bedarfswerte für Hunde gemacht wurden, die kein geBARFtes Futter erhalten. Vielmehr richten sich diese Werte an Hunde, die Fertigfutter oder ein stark getreidehaltiges Futter erhalten. Durch eine Fütterung dieser Art erhöhen sich die natürlichen Bedarfswerte selbstverständlich. Darüber hinaus sollten diese Werte nur zur Orientierung dienen, da sie auf das eigene Tier nicht immer zutreffen müssen. Man sollte sich beim BARFen also nicht stur an die Werte halten, sondern sich lediglich danach richten. Bestimmte Krankheiten führen zu der Verschiebung der einzelnen Werte, sodass dann eine Substitution mit dem Tierarzt abgestimmt werden sollte.