BARFen kann jeder, versuchen Sie es selbst

Anleitung zum BARFen. Ermitteln Sie die optimale Menge und das Mischverhältnis von Fleisch zu Gemüse.

Barfen ist eigentlich ganz einfach. Erst einmal muss man sich die Frage stellen, wie viel sein Hund überhaupt benötigt. Die tägliche Futtermenge sollte bei einem aktiven und normal ausgelasteten Hund etwa 2-4 % des Körpergewichtes betragen. Bei einem Hund mit 22 Kilogramm ist also eine Futtermenge von 440 Gramm völlig in Ordnung. Die optimale Futtermenge kann jedoch auch durch "Ausprobieren" gefunden werden. Prinzipiell ist die Futtermenge abhängig vom Geschlecht, der Rasse, der Aktivität und dem Alter des Tieres. Bei jungen Tieren bis zum ersten Lebensjahr sollte aufgrund des hohen Energiebedarfes stufenweise 10-5 % des Körpergewichtes als Richtwert genommen werden. Danach muss entschieden werden, wie viel Fleisch das selbst gemachte Futter enthalten soll. Eine grobe Faustformel besagt, dass 2/3 Fleisch und tierische Erzeugnisse enthalten sein sollten. Fleisch, rohe Knochen, Knorpel und Milchprodukte eignen sich sehr gut. Der pflanzliche Anteil sollte etwa 1/3 des Futters ausmachen.

Hierzu sollte Gemüse und Obst verwendet werden. Auch ein wenig Getreide darf enthalten sein, jedoch weniger als der Obst- oder Gemüseanteil. Wenn es pro Woche zwei fleischfreie Tage gibt, dann ist diese Futtermenge zutreffend. Wer dies nicht realisieren möchte, der sollte die Fleischration von 5 Tagen durch 7 teilen. Der pflanzliche Anteil wird dann ansteigen. Das Verhältnis von Fleisch und pflanzlichen Stoffen kann jedoch je nach Hund oder Katze variiert werden, da ein erwachsenes Tier im besten Alter auch mal 30-70 % Fleischanteil vertragen wird.

Damit das Tier das Futter besser verdauen kann, sollte die Futterration auf zwei Mahlzeiten verteilt werden. Die Futterration sollte sich natürlich abwechslungsreich gestalten, da das Allergie-Risiko dann erneut verringert wird. Es gibt eine Vielzahl an pflanzlicher Nahrung, die hinzu gegeben werden kann. Aber auch beim Fleisch kann man Kreativität an den Tag legen. Muskelfleisch sollte etwa 50 % des Fleischanteils ausmachen. Der Rest kann aus Knorpelteilen, Innereien und aus rohen Knochen einer Tierart bestehen. Unterschiedliche Fleischsorten könnten ebenfalls verwendet werden. Es eignen sich vor allem Rind, Pferd, Wild, Fisch, Kaninchen, Geflügel und Lamm. Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, der sollte lieber kein Schweinefleisch verfüttert, da das Tier sich mit dem Aujetzki-Virus infizieren könnte. Obwohl der Virus laut EU nicht mehr vorkommt, bleibt ein gewisses Restrisiko bestehen. Gekocht ist Schweinefleisch jedoch unbedenklich.

Wissenswertes zum BARFen

Knochen dürfen niemals gekocht oder gebraten gefüttert werden. Durch die Erhitzung werden sie nämlich brüchig, sodass das Tier sich innerliche Verletzungen zuziehen könnte. Einmal in der Woche sollte es eine Knochen- oder Knorpelmahlzeit geben, die der Kalziumzufuhr dient. Sollte das Tier keine Knochen vertragen, dann sollte ein Kalzium-Präparat unter das normale Futter gemischt werden. Pansen fördert die Darmflora und kann 2 oder 3 Mal in der Woche verfüttert werden. Innereien sollten nur einmal in der Woche im Futter enthalten sein, da der Vitamin-A Gehalt einer Leber beispielsweise zu Durchfällen führen kann. Muskelfleisch ist der Haupt-Energielieferant, sodass dieses die Hälfte vom Fleischanteil ausmachen sollte. Nach Möglichkeit sollte immer alles roh gefüttert werden. Hunde und Katzen verdauen sehr schnell, sodass das Futter innerhalb eines Tages verwertet wird. Es herrscht außerdem ein saures Magenmilieu, sodass ein Hund mit einer Salmonellenbehaftung vom Futter problemlos fertig wird. Manche Hunde mögen rohes Fleisch nicht, weil dieses kaum riecht und keine künstlichen Geschmacksstoffe enthält. Das Fleisch kann dann kurz mit kochendem Wasser überbrüht werden.