Wo ist das Wasser im Fluss?

Unsere kleine Katze ist vorerst ratlos. Das Wasser im Fluss ist versiegt, aber Sie verspricht zu helfen und das Abenteuer geht weiter

„Was ist da passiert?“, fragte Tiger, doch er bekam keine Antwort. Vor ihnen flossen zwei schmälere Flüsse in einen zusammen, doch das rechte Flussbett war fast völlig ausgetrocknet. Einige kleine Frösche hüpften vergnügt auf dem Trockenen herum, doch sonst gab es keine Lebewesen darin.
„Sag jetzt nicht, dass du dort lebst…“, miaute Tiger leise, doch Schimmer war wie erstarrt. Sie nickte langsam und starrte auf das Wasser, das munter vor sich hin floss – jedoch nur aus dem einen Flussarm.
„Was sollen wir denn jetzt tun?“, fragte Beere verwirrt, in der Hoffnung, dass Schimmer wusste, was nun zu tun sei. Doch die starrte weiter fassungslos den ausgetrockneten Flussarm an, dann löste sie sich aus der Starre und sprang mit einem Satz in die Fluten. Beere und Tiger sahen ihr schweigend zu, wie sie mit kräftigen Zügen durch den Fluss schwamm und wenig später in dem trockenen Flussbett ankam. Sie sah sich um und winkte den beiden Katzen mit einem ungeduldigen Schwanzwippen, woraufhin Tiger sich ebenfalls in den Fluss gleiten ließ. Doch Beere verharrte und sah unschlüssig auf das Wasser. „Ich denk gar nicht daran!“, murmelte sie dann stur und suchte das Ufer nach einer Möglichkeit, den Fluss zu überqueren, ohne nass zu werden, ab. Schimmer trippelte währenddessen ungeduldig auf und ab, während Beere sich langsam über einen schief ins Wasser reichenden Ast hangelte und dabei gar nicht wagte, in das Wasser unter sich zu blicken. „Ich falle!“, dachte sie fast jeden Moment, aber sie schaffte es dennoch ohne ins Wasser zu stürzen und atmete erleichtert auf, als sie mit einem nicht wirklich eleganten Satz neben der ungeduldigen Schimmer landete.

„Fertig?“, fragte diese und rannte los, ehe Beere antworten konnte. Ihr lag schon eine bissige Bemerkung auf der Zunge, aber Tiger sah sie nur warnend an und folgte der graublauen Kätzin.
Sie liefen einige Zeit stumm weiter, bis Schimmer laut zu rufen begann: „Glimmer? Fleck?“
Zwei Katzen traten daraufhin hinter einem Felsen am Ufer hervor und sahen auf sie hinab. Das Fell der Kätzin war hellgrau, schimmerte jedoch ähnlich wie das von Schimmer und die Haltung und Statur der Kätzin ließen keinen Zweifel daran, dass sie verwandt waren. Der Kater namens Fleck dagegen war ein hübscher, schwarzweiß gefleckter Kater, der um einiges größer war und dessen Augen besorgt funkelten.
„Schimmer! Wir haben dich schon vermisst! Wen hast du denn da mitgebracht?“
„Das sind Tiger und Beere. Ihr beiden, ich darf euch meine Schwester Glimmer und ihren Gefährten Fleck vorstellen. Was ist mit dem Wasser passiert?“, Schimmer sprang aus dem Flussbett hinauf zu den zwei anderen Flusskatzen, während Glimmer mit sorgenvoller Stimme sagte: „Es ist einfach langsam weniger geworden, bis es ganz versiegt ist. Oh Schimmer, was sollen wir denn jetzt tun? Fleck und ich können hier nicht weg, unsere Jungen brauchen uns! Und…“, sie wollte noch weitersprechen, aber Tiger unterbrach sie. Er hatte sich aufgerichtet und sah erst Beere, dann Schimmer an. Beere kannte den Tigerkater gut genug, um zu wissen was jetzt kommen würde. Und tatsächlich miaute er entschlossen: „Macht euch keine Sorgen. Wir werden herausfinden, warum kein Wasser mehr fließt. Und wenn es uns möglich ist, werden wir dafür sorgen, dass ihr bald wieder Wasser haben werdet!“

Autor: Steffi