Willi und die Fische

Das Abenteuer unserer kleinen Katze geht weiter. Sie trifft auf den Waschbären Willi und die Fische

Beere wurde am nächsten Tag von einem stetigen Platschen geweckt. Zuerst dachte sie, es regnete, doch ihr Pelz fühlte sich warm und trocken an. Doch das platschende Geräusch wollte einfach nicht aufhören. Irgendwann reichte es der rostbraunen Katze und sie öffnete genervt ein Auge. Die Sonne blendete sie und es dauerte eine kleine Weile, bis sie wirklich wach war. Dann sah sie sich um, um herauszufinden, woher das merkwürdige Geräusch kam. Eine graue, flauschige Fellkugel sah am Ufer des Flusses. Neugierig trat Beere zu dem ihr unbekannten Tier. Es hatte einen langen, gestreiften Schwanz, lange Ohren und einen schwarzen Fleck um der Nase. Die langen Finger tauchte es immer wieder ins Wasser. Während Beere den Grauen beobachtete, holte er einen glitschigen Fisch aus dem Wasser und tötete ihn mit einem schnellen Biss.
„Was machst du da?“, fragte die rostbraune Kätzin interessiert und trat ans Wasser.
„Ich fange Fische!“, erklärte das Tier und blinzelte sie freundlich an. „Ich bin übrigens Waschbär Willi und wie heißt du?“


„Ich bin Beere und das sind meine Freunde Tiger und Langohr. Wie fängt man Fische?“ Beere ließ sich neben dem Waschbären nieder und beobachtete ihn scharf. Da ihre Gefährten noch schliefen, konnte sie sich vor dem Weiterreisen noch mit Willi unterhalten und vielleicht das ein oder andere von ihm lernen.
„Also, du musst dich so hinsetzen, dass dein Schatten nicht aufs Wasser fällt und dann wartest du.“, der graue Waschbär sah sie an und lächelte. Beere dagegen war gar nicht zufrieden. Sie hasste es zu warten und hatte überhaupt keine Geduld dazu.
„Einfach warten?“, fragte sie deshalb noch einmal nach.
„Solange, bis du einen Fisch siehst. Und dann fährst du mit deiner Pfote schnell hinein, machst eine Schaufel und holst ihn hinaus. Aber du musst schnell sein, Fische sind sehr glitschig!“
Nach kurzer Zeit entdeckte Beere einen dunklen Schatten unter der Wasseroberfläche und ohne nachzudenken, stieß sie ihre Pfoten ins Wasser. Als sie sie wieder herausholte, strampelte ein kleiner, dunkler Fisch in ihrer Pfote. Bevor sie etwas dagegen tun konnte, entglitt ihr der Fisch und tauchte wieder zurück ins Wasser.

„Mir reicht’s!“, erklärte Beere etwas säuerlich nach dem vierten, missglückten Versuch. Willi blinzelte sie freundlich an und lachte kehlig.
„Übung macht den Meister!“
In diesem Moment wachten Tiger und Langohr auf. Als Tiger den Waschbären sah, sträubte er sein Fell und fauchte, bis Beere sie einander vorstellte.
„Kommst du mit?“, fragte Langohr misstrauisch und ihre Ohren zuckten.
„Wohin mit?“, fragte Willi neugierig.
„Wir suchen meine gestohlenen Jungen. Du hast sie nicht zufällig gesehen, oder?“, Langohrs Stimme war jetzt hoffnungsvoll.
„Einen ausgewachsenen Fuchs mit zwei kleinen Jungen im Schlepptau?“, fragte der Waschbär Willi langsam.
Die zwei Katzen und die Füchse nickten hastig, und der Waschbär neigte seinen Kopf.  
„Gestern habe ich sie vorbeilaufen sehen, während ich gefischt habe. Die kleinen Jungen haben mir beinahe leidgetan, sie waren schon völlig erschöpft, aber der Fuchs hat sie immer weiter getrieben…“
„Vielen Dank Willi! Das müssen sie gewesen sein!“, Langohr sah ihre Gefährten an.
„Wir müssen weiter, sie haben nicht mehr viel Vorsprung!“
Also machten sie sich wieder auf den Weg. Willi sah ihnen eine Weile nach, dann machte er sich wieder ans Fischen.

Autor: Steffi