Wer ist der geheimnisvolle scharze Vogel?

Wurde der schwarze Vogel wirklich vom Vater geschickt und was hat es mit der Reise auf sich...

Polly starrte direkt in die Augen eines riesigen, schwarzen Vogels. Hinter dem Vogel starrte Blume ängstlich hervor, ihre Beine zitterten.
„Polly! Du hättest dich ernsthaft verletzen können!“, rief sie besorgt und sprang herüber, um ihre Freundin auf Verletzungen zu untersuchen.
Polly blickte jedoch nur den Vogel an, ein Dutzend Fragen auf der Zunge.
„Ich heiße Elvira und bin ein Rabe, kleines Fohlen!“, der schwarze Vogel nickte leicht mit dem Kopf und drehte dann den langen, schwarzen Schnabel zu Blume hinüber.
„Dein Name ist Blume, nicht wahr?“ Das graue Fohlen nickte mit großen Augen und auch Polly fragte sich, woher die Rabendame das wissen konnte. „Schön, dich kennen zu lernen!“, damit neigte Elvira erneut den Kopf.
„Woher weißt du das?“, fragte Polly forsch. Der schwarze Vogel neigte leicht den Kopf und erklärte dann: „Ich habe euch beobachtet.“
„Warum?“, diese schüchterne Frage kam von Blume. Sie war inzwischen neben ihre Freundin getreten und drückte ihr trockenes, flauschiges Fell gegen das völlig durchnässte von Polly. 

„Ihr seit zwei sehr kluge junge Pferde. Ich habe euch für eine sehr gefährliche Reise ausgewählt, weil ihr beide gemeinsam Großes vollbringen könnt.“
„Was?“, die zwei Fohlen sahen sich mit aufgerissenen Augen an. Für Polly hörte sich das nach einem richtigen Abenteuer an und sie war gespannt, was Elvira ihnen noch erzählte:
„Ich bin eine gute Freundin von eurem Vater Donner. Er hat mich nach euch beiden geschickt, seinen mutigen Töchtern.“
Polly und Blume sahen sich mit großen Augen an – ihr Vater? Sie kannten ihn doch gar nicht, woher wusste er also von ihnen?
 „Woher…“, fing Polly an, aber Elvira stieß ein heiseres Lachen aus und sagte lächelnd: „Ihr denkt doch nicht etwa, dass euer Vater sich nicht für euch interessiert? Ich habe euch in seinem Auftrag beobachtet und ihm von euch berichtet. Deshalb hat er mich letzte Nacht geschickt, um euch zu holen.“
„Warum?“, fragte jetzt Blume.
„Das werdet ihr noch früh genug erfahren. Und jetzt kommt, die Reise dauert sogar für mich den halben Tag und der Luftweg ist um einiges kürzer als euer Weg.“
Sie betrachtete die dünnen Beine der Fohlen geringschätzig und schnaubte.
„Wir müssen es unseren Müttern sagen“, flüsterte Blume vorsichtig in Pollys Ohr. Aber Polly schüttelte den Kopf im selben Moment, als Elvira drängte: „Dafür bleibt keine Zeit, es eilt!“
Erneut sahen sich die Fohlen an, dann sagte Polly mutig: „Woher wissen wir, dass du wirklich von Donner kommst und uns nicht einfach weglocken willst?“
Elvira sah sie lange an, dann erhob sie sich in die Lüfte und rief von oben: „Ihr müsst mir einfach vertrauen. Hört auf eure Herz, und folgt mir, wenn ich mutig genug seid!“
„Sollen wir wirklich?“, fragte Blume zögerlich.
„Blume, das ist die Gelegenheit!“, ihre Freundin stupste sie aufgeregt. „Mein Herz sagt mir, dass Elvira die Wahrheit sagt.“
„Ich bin mir nicht sicher, ob ich das auch denke…“, Blume sah immer noch nicht überzeugt aus.
„Schließ die Augen und denk nach“, drängte Polly sie. Das graue Fohlen schloss brav die Augen und schwieg einen Moment, dann sagte es: „Ich glaube, du könntest Recht haben.“
„Super! Komm, wir folgen Elvira!“ Die beiden Fohlen sahen hinauf in den Himmel, wo der schwarze Vogel seine Kreise zog.
„Immer mir nach!“, hörten sie Elvira rufen und folgten ihr auf eine Reise, die ihr Leben verändern sollte.

Autor: Steffi