Auf zu neuen Abenteuern

Unsere kleine Katze Beere macht sich auf den Weg flussaufwärts zu neuen Abenteuern. Lesen Sie wie es weitergeht...

„Und ihr wollt wirklich nicht ein Stück mit uns kommen?“, fragte Langohr zum dritten Mal. Auch diesmal schüttelten Beere und Tiger die Köpfe. Beere schnurrte belustigt und warf einen Blick zur Seite. Schlitzohr und ihre gemeinsamen Jungen standen nicht weit entfernt und spielten vergnügt.
„Ihr habt euch sicher viel zu erzählen!“, miaute Beere und stupste Tiger an, als Langohr ihrem Gefährten einen glühenden Blick zuwarf.
„Ich werde euch für eure Hilfe immer dankbar sein. Vielleicht sehen wir uns ja eines Tages wieder?“
„Vielleicht. Wir werden noch tiefer in den Wald gehen, nicht wahr, Beere?“, Tiger sah seine Freundin erwartungsvoll an. Die rostbraune Kätzin nickte, dann verabschiedeten sie sich von ihrer Freundin und deren Familie.
Seite an Seite verschwanden Langohr und Schlitzohr im Gebüsch, ihre beiden Jungen liefen vor ihnen her.

„Am besten, wir folgen dem Fluss flussaufwärts!“, schlug Tiger vor. Beere nickte zustimmend und gemeinsam machten sie sich auf den Weg. Es war angenehm, nur mehr zu zweit unterwegs zu sein. Zwar hatte sie der Fuchsgeruch nach einiger Zeit nicht mehr gestört, aber jetzt ohne ihn zu sein war doch bei weitem angenehmer. Auch wenn sie ihre Freundin vermissen würden, jetzt konnten sie sich auf die Suche nach neuen Abenteuern machen.
Doch die Abenteuer ließen auf sich warten. Drei Tage lang folgten sie dem Fluss immerzu, ohne dass irgendetwas Aufregendes passierte.
Erst am vierten Tag geschah etwas Sonderbares. Sie hatten gerade ihre Mahlzeit, zwei fette Mäuse, verspeist, als das Wasser im Fluss aufgewirbelt wurde und mit einem lauten Platschen ein großer, runder Kopf erschien. Erschrocken machte Beere einen Satz zurück, dann betrachtete sie das Tier, das aus dem Wasser gesprungen war, interessiert. Es dauerte eine kleine Weile, bis sie begriff, dass es eine Katze war. Eine nasse, schlanke Katze, mit glattem, graublauem Fell. Eine Katze, die gerade durch den Fluss getaucht war. Freiwillig!
„Hallo, hallo!“, miaute die hübsche, graublaue Kätzin gut gelaunt. Sie schüttelte sich elegant, sodass die Wassertropfen nur so spritzten, dann blinzelte sie aus hellblauen Augen erst Beere und dann Tiger an.
„Du gehst echt freiwillig ins Wasser?“, sprach Beere aus, was sie dachte, ohne die andere zu begrüßen.
„Sein nicht so unhöflich, Beere! Wie heißt du?“, ermahnte Tiger sie und wandte sich dann freundlich an die Kätzin.
„Ich bin Schimmer. Und wer bist du?“ Schimmer, der Name passte zu der hübschen Katze, deren nasses Fell in der Sonne tatsächlich etwas schimmerte.
„Mein Name ist Tiger. Und Beere hast du ja bereits kennen gelernt!“, stellte sich Tiger vor.
„Ich bin schon immer gerne im Wasser gewesen. Es ist mein Zuhause seit ich denken kann. Aber ich habe mich gestern zu weit von zuhause entfernt und den Rückweg nicht mehr geschafft.“ Sie senkte den Kopf, offenbar hatte sie ziemliches Heimweh. „Ich bin auf dem Weg flussaufwärts“, Schimmer deutete mit dem Schwanz in die Richtung, in die auch Tiger und Beere unterwegs waren.
„Sie kann uns doch begleiten, oder?“, flüsterte Beere aufgeregt ihrem Freund zu. Der nickte und wandte sich wieder an die Flusskatze: „Möchtest du ein Stück mit uns kommen?“
Schimmer überlegte einen Moment, dann nickte sie und sah Tiger verlegen an.
„Toll! Dann lasst uns wieder aufbrechen!“, begeistert stürmte Beere voraus, während Tiger und Schimmer ihr folgten.

Autor: Steffi