Für das Gute

Boris macht sich mit seiner Familie auf den Weg zu neuen Abenteuern

„Also seit ihr wirklich meine Eltern?“, fragte Boris ungläubig nach. Er konnte es noch immer nicht glauben, aber Sonia und Anso nickten. „Sonia hat es als erstes gespürt, als ihr bei Königin Sera wart. Ich habe zuerst gezweifelt, aber dann hat sich ihr Gefühl als richtig herausgestellt, Boris, mein Sohn.“
Bei dem Wort Sohn glühte Boris‘ Brust und er drückte sich zum ersten Mal dicht an seine Eltern heran und schloss die Augen. Jetzt fühlte er sich komplett. Vollständig. Glücklich.
„Wir hoffen natürlich, dass ihr hier bei uns bleibt!“, flüsterte Sonia nach einer ganzen Weile.
„Wir?“, fragte Wicky zaghaft.
„Aber sicher!“, alle drei sahen sie erstaunt an. Boris überkamen Gewissensbisse. Hatte seine beste Freundin tatsächlich geglaubt, dass er ohne sie bei seinen Eltern bleiben wollte?
„Wicky, du bist meine beste Freundin. Wir beide bleiben für immer zusammen!“, erklärte der Jungadler ihr, woraufhin Wicky zu strahlen begann.
„Dann ist das ja geklärt. Königin Sera wird auch nichts dagegen haben. Immerhin haben wir vor Jahren ihr Ei gerettet. Sie ist uns zu großem Dank verpflichtet, da dieses Ei ihr einziger Nachfolger ist. Prinz Saro besucht uns auch oft hier, aber Königin Sera hält seine Existenz außerhalb ihres Königreiches streng geheim. Immerhin ist ihr Gefährte vor ewiger Zeit dem Krieg zum Opfer gefallen und deshalb ist sie bei ihrem Sohn besonders vorsichtig.“
„Daher kommen wahrscheinlich auch die ganzen Legenden, dass Königin Sera so gefährlich und angriffslustig ist, oder?“

„Ja. Sie will ihr Reich und ihre Eulen um jeden Preis vor Feinden schützen. Wie eine Mutter wacht sie über jeden, der unter ihrem Schutz steht.“ Sonia blickte beide Jungadler lange an, dann fügte sie hinzu: „Und wir werden euch beschützen. Koste es, was es wolle!“
„Mama“, bei diesem Wort stockte Boris kurz, dann sprach er hastig weiter, „Wicky und ich sind ausgebildete Adlerschwingen von König Errich und Königin Asche. Wir haben gelernt, wie wir auf uns aufpassen können. Und wir wollen auch weiter Gutes tun, nicht wahr Wicky?“
„Das stimmt. Nichts ist schlimmer, als all dem Elend und dem Leid zusehen zu müssen. Wir haben geschworen, jedem zu helfen, der Hilfe braucht. Wir haben geschworen, das Böse zu bekämpfen.“ Boris‘ Stimme war fest, als er sprach und seine Eltern erkannten, dass er genau wusste, was er da sagte und jedes Wort genau so meinte.

Wieder schwiegen alle vier, dann fragte Boris zögerlich: „Werden wir jetzt hier leben?“
„Oh nein, hier ist nicht der geeignetste Lebensplatz für Adler. Wir werden, wie du gesagt hast, Boris, in die Welt ausfliegen und Gutes tun. Wir vier, gemeinsam.“, Anso sah seine Gefährtin an, die nickte. Dann streckten beide ein Bein aus und die Jüngeren taten es ihnen nach. In der Mitte berührten sich die Beine, während Sonia mit fester Stimme verkündete: „Für das Gute.“
„Für das Gute!“, wiederholten Anso, Boris und Wicky. Dann flogen sie los. In die weite Welt hinaus, um Gutes zu tun.

Autor: Steffi