Das Biberproblem

Unsere Freunde versuchen das Problem mit dem Biber, seinem neuen Damm und der bevorstehenden Hochzeit zu lösen.

Nachdem Tiger dem Biber alles erklärt hatte, herrschte erst einmal eine lange Pause. Der Biber betrachtete seinen Damm nachdenklich, dann watschelte er langsam wieder zurück und setzte sich auf den Damm.
„Ich sehe immer noch nicht ein, warum ich meinen schönen Damm aufgeben sollte. Meine Verlobte wartet bereits auf die Fertigstellung. Die Biberregeln besagen, dass sie mich erst dann heiraten darf, wenn ich über einen fertigen Bau verfüge. Und er soll der schönste und größte von allen werden.“
Tiger sah die beiden Kätzinnen verzweifelt an. Beere schmerzte es, die Verzweiflung in seinen Augen zu sehen. Die rostbraune Kätzin konnte sich fast nicht auf das Problem konzentrieren, das doch eigentlich an oberster Stelle stehen sollte, stattdessen beobachtete sie Schimmer und Tiger unauffällig. Aber Schimmer war zu sehr damit beschäftigt, den Kopf hängen zu lassen, während Tiger unruhig hin und her lief und offenbar scharf nachdachte. Der Biber saß einfach nur da und kaute an einem dünnen Ast – Ihn schien das Ganze nicht zu kümmern.

„Wir könnten seinen Bau einfach zerstören…“, schlug Tiger schließlich nicht überzeugt vor. Aber Schimmer schüttelte mutlos den Kopf: „Er wird schnell dahinter kommen. Oder er baut einfach einen neuen Damm.“
„Meint ihr, er lässt sich überzeugen?“, fragte Schimmer. Tiger sah sie einen Moment an, erwiderte jedoch nichts darauf. Sie diskutierten und überlegten eine Weile hin und her, während Beere in ihren eigenen Gedanken versunken war. Doch irgendwann hatte sie plötzlich eine Idee.
„Wen glaubt ihr, heiratet er?“, fragte sie langsam. Während sie ihnen ihre Idee erklärte, fragte sich Beere gleichzeitig, ob Tiger für immer bei Schimmer bleiben würde, wenn sie das Problem mit dem Wasser beseitigt hätten, doch sie verdrängte diese Gedanken schnell wieder.
„Wir müssen seine Zukünftige suchen!“, Tiger sprang von seinem Platz, auf den er sich vor wenigen Augenblicken hatte fallen lassen, wieder auf und sah zu dem Biber hinüber, der immer noch keine Notiz von ihnen nahm.
„Herr Biber, wir würden Ihre Frau gerne kennen lernen, können Sie uns sagen, wo genau sie wohnt?“
„Bei mir, um genau zu sein. Sie wird bald kommen, kann nicht mehr lange dauern. Ich schätze Pünktlichkeit sehr und sie hat sich noch nie verspätet.“, der Biber putzte sich sorgfältig das Fell und der Tigerkater atmete aus.
„Dann müssen wir nur mehr abwarten und sie davon überzeugen, dass dieser Ort ein schlechtes Zuhause ist.“, Tiger sah die rostbraune und die silbergraue Kätzin ermutigend an. Seine bernsteinfarbenen Augen leuchteten bei dem Gedanken, endlich eine Lösung gefunden zu haben, was Beere erneut einen Dorn ins Herzen trieb. Sie setzte sich an den Rand des Flusses und starrte auf die blaue Oberfläche, die sich kräuselte und Wellen warf.

Sie mussten nicht lange warten, denn blad schon kam ein zweiter Biber aus dem Wald gewatschelt. Man erkannte sofort die Unterschiede zwischen Herrn und Frau Biber, denn letztere war schlanker und kleiner als ihr zukünftiger Mann und hatte sich für dieses Treffen ordentlich herausgeputzt. Jetzt kam sie langsam auf das Flussufer zu und betrachtete den Biberbau voller Staunen. Sie war offensichtlich ziemlich beeindruckt.
„Frau Biber, es ist schön, Sie kennen zu lernen! Mein Name ist Tiger, und das hier sind meine Freunde Schimmer und Beere.“, Tiger ließ sie gar nicht zuerst ihren Zukünftigen begrüßen, sondern stürmte gleich auf sie ein: „Bitte, Frau Biber. Der Biberbau ist zwar wunderschön, aber durch ihn fließt im Fluss kein Wasser mehr und viele Tiere flussabwärts brauchen das Wasser. Es ist schwierig, ohne das Wasser zu überleben!“
„Stimmt das, hast du wirklich den Fluss verstopft?“, die Biberdame sah ihn vorwurfsvoll an und lief auf ihn zu.
„Oje, jetzt kommt Ärger…“, murmelte Tiger und sah gebannt zu, wie sich Frau Biber gegen Herrn Biber behauptete.

Autor: Steffi