Auf zu neuen Abenteuern

Unsere beiden Freunde machen sich auf die Suche anch den Eltern von Boris und fliegen neuen Abenteuern entgegen

Boris und Wicky genossen das Leben im Dreikronenbaum in vollen Zügen. Sie standen jetzt direkt unter König Errich, wurden von seinen Adlerschwingen ausgebildet und hin und wieder unternahm er auch selbst Ausbildungsflüge mit ihnen. Asche war immer an seiner Seite, und die beiden trennten sich nicht einmal eine Sekunde. Bald schon wurde die schwarze Adlerin offiziell als Königin Asche vorgestellt und gekrönt, wobei Boris und Wicky in der ersten Reihe standen und zusahen. Die beiden Freunde begannen auch bald, Aufträge für König Errich auszuführen und flogen aus, um in Grenzgefechten gegen Feinde zu kämpfen. Es stellte sich heraus, dass Boris überaus talentiert im Flugkampf war, während Wicky lieber Kundschafter-Aufgaben übernahm, für die sie dank ihrer Größe auch optimal geeignet war. So unterstellte der König ihnen nach einiger Zeit jeweils eine Truppe Adlerschwingen, mit denen sie dem Königspaar halfen, gegen die räuberischen Nachbarn vorzugehen und das Volk der Adler zu beschützen. Wicky und Boris waren rundum glücklich mit der Situation, nur eine Sache beschäftigte den jungen Adler Boris. Die Frage nach seinen wirklichen Eltern ließ ihn nicht los.

Eines Tages fand ihn Königin Asche nachdenklich auf einem Ast sitzen und ließ sich neben ihm nieder.
„Was ist los, Boris?“, fragte die Königin leise. Sie war äußerst scharfsinnig und hatte schon vor einiger Zeit gemerkt, dass mit dem jungen Adler etwas nicht stimmte. Aber erst jetzt hatte sich eine Gelegenheit ergeben, mit ihm alleine zu sein.
Boris erzählte ihr zögerlich von seinen Träumen, denn er hatte Angst, dass Asche ihn auslachen würde. Aber die neu ernannte Königin verstand ihn und schwieg eine Weile.

„Ich bin viel herumgekommen in der letzten Zeit und habe einige Adlerfamilie kennen gelernt. Wenn ich mich recht erinnere, gab es nur vier Adlerpaare, die im letzten Frühling Eier verloren haben.“
Boris sah sie hoffnungsvoll an und seine nächste Frage stand ihm ins Gesicht geschrieben: „Wo kann ich diese Adler finden?“
Also erklärte Königin Asche es dem Seeadler. Der suchte daraufhin sofort Wicky auf und berichtete ihr, was Asche gesagt hatte. Wie er erwartet hatte, war seine Freundin sofort Feuer und Flamme und sie beschlossen, das Königspaar sofort um Erlaubnis zu fragen, sich auf die Suche nach Boris‘ Eltern zu machen.

„Was ist, wenn ihr hier gebraucht werdet?“, fragte König Errich besorgt. Wicky sah Boris an und Boris sah Wicky an. Darüber hatten sie noch gar nicht nachgedacht. Aber Konigin Asche warf mit sanfter Stimme ein: „Errich, Liebster. Für Boris ist dies unglaublich wichtig. Die Beiden haben uns so einen großen Dienst erwiesen, ich denke, wir sollten ihnen auch einen Gefallen tun und sie ziehen lassen.“ Daraufhin nickte der König und sagte: „So soll es sein. Lasst euch aber nicht zu viel Zeit, ihr werdet hier im Dreikronenbaum gebraucht!“
„Vielen Dank, König Errich und vielen Dank Königin Asche!“ Beide Adler verbeugten sich und verließen dann die Höhle. Draußen ließen sie sich auf einem Ast nieder und sahen sich mit strahlenden Gesichtern an. Wicky sah zuerst in die Ferne, dann auf ihren Freund: „Wir finden sie garantiert, immerhin gibt es nur vier Adlerbäume, die wir aufsuchen müssen. Den Krustenbaum im Westen, die große Fichte im Osten des Laubwaldes, den Wald aus Eiszapfen im Norden und im Süden den Schuppenfischfluss. Das heißt, wir haben eine lange Reise vor uns, Boris!“

Autor: Steffi