Die kleine Katze Beere: Auf der Suche

Unsere kleine Katze Beere macht sich auf die Suche nach den Jungen der Füchsin und erlebt ein neues Abenteuer

Am nächsten Morgen wachte Beere schon früh auf. Vorsichtig, um Tiger nicht zu wecken, schlüpfte sie aus dem Dickicht, in dem die zwei Katzen übernachtet hatten und genoss die morgendlichen Strahlen der Sonne auf ihrem Pelz. Ihr Blick fiel auf die zusammengerollte Füchsin, die jetzt ebenfalls die Augen aufschlug. Heute würden sie mit der Suche nach ihren verlorenen Jungen beginnen, nur wo sollten sie anfangen? Auch Tiger regte sich nun und streckte sich erst einige Male, ehe er zu ihnen trat und dieselbe Frage laut aussprach, die sich Beere gerade gestellt hatte.
„Mein ehemaliger Gefährte, Schlitzohr, ist bei allen Tieren im Wald bekannt. Wir sollten also Tiere nach ihm fragen, die ihn kennen könnten“, erklärte Langohr. Ihre neuen Kameraden nickten und sahen sie auffordernd an, bis sie in eine Richtung deutete und vorneweg lief. Die kleine rote Katze musste sich anstrengen, um mit dem Tempo der Füchsin mithalten zu können.



„Zwei Katzen und ein Fuchs sehe ich!“, die hohe, klare Stimme ließ alle drei überrascht innehalten. Beere sah sich um, doch sie konnte nirgends jemanden entdecken.
„Ob das gut geht, frag ich mich. Was sie wohl treiben, will ich wissen!“
„Wer ist da?“, fragte Tiger laut. Langsam kam auf einem Ast, hoch über ihnen, ein kleiner, brauner Vogle zum Vorschein.
„Wie ich heiße, wollen sie wissen. Namen sind nichtssagend, denke ich. Aber haben tu ich trotzdem einen. Flitzer nennt man mich.“, erklärte der kleine Vogel und hüpfte fröhlich auf seinem Ast umher.
„Hast du einen anderen Fuchs hier vorbeikommen sehen?“, fragte Langohr sofort.
„Sie fragen, was ich gesehen habe. Unhöflich sind sie, wo ich ihnen doch so nett und freundlich meinen Namen gesagt habe…“, der Vogel schüttelte sein Gefieder und wirkte verärgert.
„Ich bin Beere, und das sind Tiger und Langohr. Wir sind auf der Suche nach einem Fuchs, der die Jungen von Langohr gestohlen hat!“, Beere versuchte, so freundlich wie möglich zu klingen und sah hoch zu dem kleinen Tier.
„Schon besser, finde ich. Nachdenken muss ich, aber gesehen habe ich einen Fuchs. Vor drei Tagen ist er hier vorbei gekommen, einen roten, buschigen Schwanz hatte er und gleich verkrochen habe ich mich, als ich ihn gesehen habe. Aber mindestens ein rotes Fellbüschel war bei ihm, glaube ich. Vielleicht auch zwei, das weiß ich nicht. Sie sind Richtung Bach gegangen, meine ich.“
„Wie sah der Fuchs genau aus?“, wollte Langohr noch wissen.
„Sie fragen komische Sachen, da muss ich lachen. Ein Fuchs war es, rotes Fell, lange Schnauze, buschiger Schwanz“, Flitzer schüttelte den Kopf und begutachtete die drei Gestalten unter ihm.
„Vielen Dank, Flitzer, du hast uns sehr geholfen!“, erwiderte Beere schnell, ehe Langohr den Vogel noch mehr verärgern konnte. Flitzer neigte den Kopf und sah den dreien nach, die in die Richtung liefen, in der sie das ferne Rauschen eines Baches vermuteten.
„Na bitte, jetzt wissen wir doch schon mehr. Vor drei Tagen war Schlitzohr hier, er war in Richtung Bach unterwegs. Das ist doch schon was!“, Beere knuffte Langohr freundschaftlich in die Schulter. Doch die ließ immer noch den Kopf hängen.
„Langohr, wir werden deine Jungen finden, das haben wir dir versprochen!“, miaute Tiger auf Langohrs anderer Seite und Entschlossenheit flammte in seinen Augen auf.

Autor: Steffi