Auf der Suche nach Fee

Auf der Suche nach der verschwundenen Fee taucht Asche plötzlich auf und gibt unseren Freunden den entscheidenden Hinweis

Fee zu finden, war viel schwieriger, als sie gedacht hatten. Jeder andere Vogel, den sie nach der Adlerin fragten, hatte zwar schon einmal von der wunderschönen und äußerst klugen Fee gehört, aber niemand wusste, wo sie lebte. Ein Uhu wies Boris und Wicky mit den Worten nach Norden: „Fee lebt dort, wohin die Sonne sich nie verirrt“, während ein kleiner Spatz zwitscherte: „Ich habe sie neulich hier vorbeifliegen sehen, mit einer Schlange im Schnabel, also muss sie ihre Höhle nicht weit von hier haben!“
Aber Boris und Wicky wussten, dass sie den Vögeln keinen Glauben schenken durften. Der eine erzählte dies, der andere das. Seit einer Woche suchten sie nun schon und noch immer gab es keine Spur. Wie sollten sie auch einen Adler finden, den zwar jeder kannte, aber von dem niemand wusste, wo er sich aufhielt?
„Vielleicht hätte Asche etwas gewusst…“, murmelte Boris, als sie am achten Tag müde den Kopf unter die Federn steckten und sich eng aneinander kuschelten.
Wicky brummte nur und war bald darauf eingeschlafen. Aber Boris konnte nicht einschlafen. Er spürte, dass sie beobachtet wurden und damit hatte er Recht.
„Asche!“, rief er empört aus. Die schwarze Adlerin landete lautlos auf einem Ast ein Stück weit entfernt und blinzelte ihn traurig an.
„Was machst du hier?“, fragte Boris.

„Ich…“, Asche suchte nach Worten, dann senkte sie den Blick.
„Du bist Fee, nicht wahr?“, der Seeadler zuckte zusammen, er hatte gar nicht bemerkt, dass auch Wicky wach geworden war. Jetzt hielten beide Jungvögel den Atem an und warteten auf Asches Reaktion.
„Ich war nicht immer so schwarz. Früher hatte ich ein strahlend weißes Gefieder, aber dann… Dann war dieser Waldbrand und ich konnte nicht mehr rechtzeitig davon fliegen…“
„Oh Asche, ähm ich meine Fee, das tut mir so leid!“, Wicky hatte ehrliches Mitleid mit der Adlerin und auch Boris war geschockt. Sie schwiegen eine Weile, dann fragte Boris langsam: „Kommst du mit uns zurück?“
Es dauerte eine Weile, aber dann nickte Fee zögerlich. „Aber nur unter einer Bedingung.“
„Und die wäre?“
„Ihr verratet niemandem, absolut niemandem, wer ich früher einmal war. Fee ist in dem Waldbrand gestorben, seitdem nennt man mich Asche.“
„Gut…“, Wicky nickte, dann streckte sie die Flügel. „Wir fliegen sofort zurück. König Errich wird uns schon erwarten!“ Dasselbe hätte auch Boris vorgeschlagen, deshalb flogen sie ohne weitere Unterbrechungen auf direktem Weg zurück zum Dreikronenbaum.

Die Wächter ließen sie durch, ohne eine Miene zu verziehen und als Boris hinter Wicky die Trohnhöhle erreichte, hatte sich König Errich schon von seinem Thron erhoben und blickte sich mit suchendem Blick um.
„Wo ist sie?“, fragte er drängend. Boris trat zur Seite, damit Asche durch den Eingang segeln konnte und die Augen des Königs weiteten sich.
„Du bist gekommen“, flüsterte er leise. Er hatte keine Probleme damit, sie wiederzuerkennen und auch ihr verändertes Aussehen schien ihm nichts auszumachen.
„Ja“, flüsterte Asche zurück und hielt in respektvollem Abstand inne und verbeugte sich vor ihrem König.
„Boris, Wicky, ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie sehr ich euch danke! Natürlich werdet ihr fürstlich entlohnt, aber das besprechen wir später. Wenn ihr uns nun alleine lassen wollt, wir haben viel zu bereden…“

Autor: Steffi