Tellington Training

Bodenarbeit mit Pferden. Übungen für Ihr Pferd mit dem Tellington Traininge

Da ich vor wenigen Tagen einen Kurs zum Thema „Tellington TTouch – Bodenarbeit“ besucht habe, möchte ich über die Tellington-Methode berichten. Erfunden wurde das komplexe System aus Bodenarbeit, Körperarbeit und Reiten von der Amerikanerin Linda Tellington-Jones in den 70’ern. Das Ziel von Tellington Touch ist eine Partnerschaft zwischen Pferd und Mensch, das Verschwinden von Furcht, Spannung und Schmerz sowie ein besseres Verständnis des Reiters für sein Pferd.
In diesem Teil werde ich besonders auf die Bodenarbeit eingehen, im anschließenden Teil auf die Körperarbeit.

Die Übungen, die von Linda Tellington-Jones unter Mithilfe ihres Mannes und ihrer Schwester erfunden hat, haben viele Zwecke, vor allem aber die Förderung von diesen Punkten, nicht nur beim Pferd sondern auch beim Menschen:

 

•    Konzentration
•    Gleichgewicht
•    Koordination
•    Lernfähigkeit
•    Verständnis

Es gibt viel zu viele Übungen, als dass ich sie hier alle aufzählen könnte, und wenn jemand wirklich mit der Tellington Methode arbeiten will, ist ein Kurs zu diesem Thema fast unabdinglich, da dort nicht nur die Praxis, sondern auch die Theorie erläutert wird. Empfehlenswert ist auch die „Bibel“, wie das Lehrbuch „Tellington Trianing für Pferde“ von Linda Tellington-Jones von allen genannt wird, die damit arbeiten. Darin wird ein hervorragender Überblick über die unterschiedlichen Übungen geboten, um diese erfolgreich nachzumachen.

Eine ganz elementare Übung ist „der Sprung des Kängurus“, bei dem die Gerte über dem Pferdekopf immer wieder hin und her bewegt wird, vom Widerrist bis zur Nasenspitze. Das Pferd soll dabei ruhig stehen bleiben. Diese Übung ist hervorragend dazu geeignet, schreckhaften oder ängstlichen Pferden Sicherheit und Vertrauen zu geben und ihnen die Scheu vor Bewegungen über dem Kopf zu nehmen.
Für Linda Tellington-Jones sind auch die Führpositionen sehr wichtig, weshalb sie einige erfunden hat, um für Konzentration zu sorgen und dem Pferd Abwechslung zu bieten. Eine der Führweisen ist „Die Brieftaube“, bei der eine Personen links und eine rechts vom Pferd steht und beide es gemeinsam führen, so als wären sie die Flügel und das Pferd der Körper einer Taube. Dabei müssen die Führer untereinander kommunizieren und sich aufeinander abstimmen, und das Pferd muss sich auf zwei Personen gleichzeitig konzentrieren und achten.

Eine Übung, die mir besonders zusagt, ist das Labyrinth oder vereinfacht das „L“. Wenn man diese Übung mit langsamer Geschwindigkeit ausführt, und in den Gassen kleine Pausen einlegt oder das Pferd sogar ein Paar Schritte rückwärts richtet, fördert dies die Aufmerksamkeit und die Achtsamkeit des Pferdes, da es sehr genau darauf aufpassen muss, wohin es die Beine setzt. Diese Übung lässt sich mit allen Führweisen kombinieren, damit Pferd und Reiter Abwechslung geboten wird.
Außerdem sind Stangen in Form eines Sternes eine gute Übung für das Pferd, den Rücken zu lockern und Stolpern zu vermeiden. Man kann die Stangen sowohl auf den Boden als auch etwas erhöht (beispielsweise auf einen Autoreifen) legen. Außerdem ist es eine erstklassige fortgeschrittene Übung, die Standen in unterschiedlicher Höhe aufzulegen, womit aber langsam begonnen werden muss. Eine weitere Steigerung ist das Mikado, bei dem die Stangen „willkürlich“ gelegt werden, sodass es unterschiedliche Abstände und unterschiedliche Höhen gibt, die für das Pferd eine erhöhte Achtsamkeit und Konzentration erfordern und die Trittsicherheit fördern.
Plastikfolien sind im Tellington Training ebenfalls sehr gut einsetzbar. Entweder man legt sie auf den Boden, um das Pferd daran vorbei oder darauf treten zu lassen, oder man hängt sie über Stangen oder Ähnliches. Das Pferd lernt dadurch, Vertrauen zu seinem Führer zu haben und die Furcht vor unbekannten Gegenständen zu verlieren. Hat man zwei Helfer, kann man das Pferd auch unter einer Plastikfolie durchführen, wobei wieder verschiedene Führweisen kombiniert werden können. Auch dabei wird das Pferd nach und nach seine Schreckhaftigkeit verlieren.

Es gibt noch eine Vielzahl anderer Übungen und Lektionen, die zu erwähnen allerdings viel zu lange dauern würde.
Im nächsten Teil gehe ich näher auf die besonderen „Touches“ ein, mit denen das Pferd massiert wird, und die übrige Körperarbeit.

Autor: Steffi