Tellington Training Teil2 - die Körperarbeit

Im zweiten Teil unseres Tellington Artikels geht es um Körperarbeit mit dem Pferd und um Touches zur Beruhigung

Wie gesagt, beschäftige ich mich in diesem Teil mit der Körperarbeit nach Linda Tellington-Jones.

Es gibt drei Arten von TTouches: Vertrauensbildende und bewusstseinsfördernde Touches.

Am wichtigsten bei jedem Touch ist der elementare Kreis. Die Bewegung wird mit der Handfläche ausgeführt und zieht einen Eineinviertel-Kreis, den man sich wie auf einer Uhr vorstellen kann, wobei bei der Ziffer sechs begonnen wird und im Uhrzeigersinn fortgesetzt wird, bis zum zweiten Mal die Zahl neun erreicht wird. Wichtig dabei sind die Druckstärke, die je nach Touch und Pferd variabel ist, und die Geschwindigkeit. Je langsamer ein Touch ausgeführt wird, desto tiefer dringt er in die Zellen. Allerdings kann man ein hysterisches Pferd nicht sofort mit langsamen Touches bearbeiten, sondern muss es „dort abholen, wo es sich gerade befindet“. Ebenfalls sehr wichtig ist die kurze Pause, das Verharren nach jedem Touch, bevor zum nächsten Punkt übergegangen werden kann.

Große Bedeutung hat auch die Person, welche die Touches ausführt. Sie muss geerdet auf beiden Beinen stehen und selbst Ruhe und Zufriedenheit ausstrahlen. Gut ist es, wenn man bewusst auf die Atmung achtet, da zu schnelle oder hektische Atmung das Pferd wieder in Aufregung versetzt. Auch wenn zum „Touchen“ nur eine Hand verwendet wird, sollte die zweite Hand ebenfalls in Kontakt mit dem Pferdekörper sein und ruhig auf dem Fell aufliegen.

Vor dem Touchen und auch zwischen den einzelnen Touches sollte man den ganzen Pferdekörper abstreichen, besonders bei fremden Pferden ist das wichtig, um die Reaktionen auszutesten. Reagiert es an irgendwelchen Stellen empfindlich, lässt sich nicht angreifen oder ist kitzlig. Das Fühlen steht hierbei im Vordergrund, fühlt sich das Pferd warm oder kalt an, ist es verspannt, bemuskelt, weich oder steif.
Der „Muschel-TTouch“, ist der Touch, mit dem man normalerweise beginnt, die ganze Handfläche liegt auf dem Pferdekörper auf, wobei der Kreis mit der Mitte der Handfläche gezogen wird. Geschwindigkeit und Druckstärke sind gering und geeignet ist dieser Touch besonders bei verkrampften Muskelpartien, zur Entspannung und als Beruhigung. Der Touch kann am ganzen Körper ausgeführt werden.
Im Gegenteil dazu ist der „Wolken-Leopard-Touch“ ein bewusstseinsfördernder Touch, bei dem nur das vorderste Drittel jedes Fingers aufliegt. Der Kreis wird also nur mit den Fingerkuppen ausgeführt, während die Hand leicht gewölbt ist. Dieser Touch wird mit mittlerem Druck und ebenfalls auf dem ganzen Körper ausgeführt. Der Hauptzweck liebt in der Steigerung von Selbstbewusstsein und Vertrauen und hilft dem Pferd auch bei Verspannungen oder Stress.
Neben unzähligen anderen Touches im Bereich der Vertrauens- und der Bewusstseinsförderung gibt es auch noch TTouches, welche die Gesundheit fördern. Ein Beispiel ist der „Waschbär-Touch“, bei dem nur mit den Fingernägeln gekreist wird. Diesen Touch kann man zur Verminderung von Schwellungen und Heilung von Wunden als Unterstützung verwenden.
Außerdem gibt es noch die Ohrenarbeit, die Maularbeit und die Schweifarbeit, besonders die Schweif-Touches und die Ohren-Touches sollten immer kombiniert werden, da Ohren und Schweif an den entgegen gesetzten Enden der Wirbelsäule liegen und sonst ein Ungleichgewicht entstehen könnte. Bei empfindlichen Pferden muss man langsam anfangen und sollte mit den Touches am Körper beginnen, ehe man sich langsam zu den empfindlichen Punkten vorarbeitet.

Die Touches bewirken nicht nur Veränderungen beim „Getouchten“, die Entspannung und die Ruhe gehen auch auf den „Toucher“ über. Zum Üben der verschiedenen Touches eignet sich auch eine Freundin oder ein Freund sehr gut, denn der Rücken bietet genug Platz dafür und anders als das Pferd kann ein Mensch auch direkt sagen, wie angenehm oder unangenehm sich eine Bewegung anfühlt. Natürlich ist es beim Pferd ebenso wichtig, auf Feedback zu achten, durch Schweifschlagen, eine entspannte Haltung, Atmung oder Unterlippe, unruhiges Schnauben oder hektisches Ohrenbewegen können auch Pferde sagen, wie ihnen die Arbeit gefällt und dann ist es äußerst wichtig, dieses Feedback zu verstehen und die Arbeit darauf abzustimmen. Im Grunde kann man mit Tellington Touch nichts falsch machen. Entweder es entstehen positive Veränderungen, oder alles bleibt beim Alten, deshalb gilt hier: Probieren und Lernen, viel Spaß dabei.

Autor: Steffi