Pferde-Solarium notwendig?

Oft hört man vom Solarium für Pferde. Was ist das? Ist das notwendig, überflüssige, oder?

Wer den Titel gelesen hat und jetzt vielleicht denkt, dass auch Pferde von schöner, braun gebrannter Haut träumen, ist da ganz falsch. Das Pferdesolarium ist nicht zu vergleichen mit dem Solarium für uns Menschen, streng genommen ist es sogar gar kein wirkliches Solarium, sondern ein „Pferde-Rotlicht“. Lampen bestrahlen das Pferd von oben mit Infrarotstrahlung, die man auch als Wärmestrahlung bezeichnet, anstatt UV-Strahlung.

Warum das Pferd unter das Pferdesolarium stellen?

Im Winter bekommen Pferde die Wärmestrahlung, die geschoren oder abgespritzt werden, damit sie schneller trocknen. Auch ungeschorene Vierbeiner, die durch den langen und dicken Winterpelz beim Reiten schnell zu schwitzen anfangen, trocknen unter dem Solarium viel schneller und erkälten sich dadurch nicht. Zusätzlich wirkt die wärmende Strahlung entspannend auf verkrampfte Muskeln, regt die Durchblutung an und kann auch bei der Regeneration nach Krankheiten helfen. Auch Pferde, die an Kolik oder Kreuzschlag erkrankt sind, reagieren positiv auf das Solarium.  
Wichtig ist bei dem Benutzen eines Pferdesolariums aber, dass das Solarium keineswegs das Abreiten ersetzt! Während dem Training schwitzt das Pferd, da arbeitende Muskel Wärme produzieren. Wird die Wärme zu viel, gibt das Pferd sie in Form von Verdampfungswärme ab. Stellt man das Pferd unter das Solarium, während es eigentlich noch Wärme abgibt, nimmt es durch die Wärmestrahlung nur noch mehr Wärme auf, die es durch mehr schwitzen wieder abgeben muss und daher nicht trocken wird. Deshalb ist es wichtig, nach dem Training einige Minuten lang Schritt zu gehen, damit sich das Pferd abkühlen kann. Gibt es keine Wärme mehr ab, kann es die Wärme des Solariums aufnehmen und trocknen.
Neuere Solarien saugen die aufsteigende Wärme bei der Trocknung des Pferdes jedoch ab und leiten sie durch Luftdüsen unter den Körper des Pferdes, wodurch das Pferd trotzdem trocknen kann. Ein Umluftsystem sorgt dafür, dass auch die schwer trocknenden Stellen wie der Bauch gleichmäßig trocknen und kein Wärmestau entsteht.

Wie funktioniert das Solarium genau?

Das Prinzip der Infrarotlampen ist ganz einfach: Die Wärme, die sie von sich geben, dringen zwar nicht weit in das Gewebe ein, werden aber dort von Fett, Bindegewebe und Muskeln sehr gut weitergeleitet und verteilt, wodurch ein gleichmäßig erwärmter Pferdekörper entsteht.
Die Wärme fördert die Durchblutung, denn der Pferdekörper will die überschüssige Wärme wieder loswerden, indem das aus kühleren Regionen kommende Blut das erwärmte Gebiet abkühlen und die Wärme „mitnehmen“ soll.
Durch bessere Durchblutung bekommen die Muskeln mehr Sauerstoff und Nährstoffe und kleine Muskelkater oder einfache Überanstrengung heilen dadurch wieder schneller ab. Folglich ist das Pferd schneller wieder fit, die Bewegungen werden wieder geschmeidig und die Muskulatur lockerer.

Meistens sind Pferdesolarien höhenverstellbar, um sowohl für Kleinpferde und Ponys, als auch für größere Pferde geeignet zu sein. Das Gerät sollte allerdings nicht weniger als 70 cm über dem Pferderücken sein, da es sonst zu heiß wird.
Trotzdem muss jedes Pferd langsam an das Solarium gewöhnt werden, da Pferde ja von Natur aus Fluchttiere sind und deshalb ungewohnten Situationen häufig skeptisch gegenüber. Zuerst wird das Pferd ohne Rotlicht an das Solarium gewöhnt, und erst, wenn es unter dem Solarium ohne Angst und Unruhe stehen kann, kann mit der Bestrahlung begonnen werden. Der Reiter kann das Pferd anbinden oder festhalten, je nach Umgebung und Charakter des Pferdes.
Eine Anwendung sollte nicht länger als 15 Minuten dauern und nach Ausschalten des Solariums muss das Pferd sofort eingedeckt werden, damit es sich nicht erkältet.

Ob das Solarium eine sinnvolle Ergänzung ist, hängt von jedem Reiter und seinem Pferd ab. In den kalten Wintermonaten genießt aber sicher jedes Pferd die Wärme der Infrarotstrahlen.

Autor: Steffi