Pferde: Beschäftigung gegen Langeweile in der Box

Wenn Pferde nicht raus können, kommt schnell Langeweile auf. Lesen Sie, wie Sie Ihr Pferd beschäftigen können

Pferde sind Lauftiere, Bewegung ist für sie das A und O. Doch nicht immer, besonders jetzt in den kalten Jahreszeiten, sind die Voraussetzungen für einen langen Koppelgang gegeben. Stehen die Pferde dann 24 Stunden in ihrer kleinen Box, tritt schnell Langeweile auf, die auch zu Verhaltensauffälligkeiten führen kann. Nur einige dieser Unarten sind:

Weben: Dabei pendelt das Pferd mit Kopf und Hals hin und her und verlagert zusätzlich das Gewicht von einem Vorderbein auf das andere. Bei Knochen und Sehnen können durch die dauerhafte Belastung schwere Schäden entstehen.

Koppen: Koppen bezeichnet das Luftschlucken der Pferde in den Verdauungstrakt, das zu Koliken und Verdauungsstörungen führen kann. Es gibt zwei Arten von Koppen. Beim „Aufsatzkoppen“ setzen die Pferden die vorderen Zähne  auf einem Trog, einer Tränke oder einem Zaun auf und schlucken Luft. Es entsteht ein Geräusch, das einem Rülpser ähnelt. Manche Pferde koppen auch in der freien Luft, das nennt man dann „Freikoppen“.

Boxenlaufen: Wenn Pferde aufgrund von Langeweile unablässig in der Box herumlaufen, kann das Bänder und Gelenke enorm schädigen.

Knabbern: Wie der Name schon sagt knabbern Pferde alles an, Holz, Boxenwände oder Stalltüren. Dadurch nutzen sich die Schneidezähne ab, weshalb das Pferd große Zahnprobleme bekommen kann.

Was können Sie dagegen tun

Aber was tut man nun, wenn dem Pferd langweilig ist, weil es stundenlang in der Box herumsteht und nichts zu tun hat? Es gibt genügend Möglichkeiten und Tricks, dem Pferd die langen Boxenstunden zu verkürzen, deshalb zähle ich nun einige davon auf:

Heunetze: Eine raffinierte Möglichkeit zur Beschäftigung der Pferde. Statt dem Pferd das Heu auf die übliche Variante einfach in die Box zu geben, füllt man es in engmaschige Heunetze. Das ansonsten so rasch verputzte Heu ist nun viel schwieriger aus dem Netz zu ziehen und beschäftigt das Pferd sehr lang. Außerdem beugt man so einer Überproduktion von Magensäure und Magengeschwüren vor, wenn das Pferd das Heu sonst so schnell und gierig frisst. Ein weiterer Vorteil der Heunetze: Sie sind sauber. Staub und andere Verunreinigung fallen zu Boden, wenn man das Heunetz in der Box aufhängt und das Pferd frisst wirklich nur das Heu und nicht Einstreu, Kot, Urin oder Staub. Allerdings muss man bei Pferden, die Hufeisen tragen, besonders vorsichtig sein. Es ist nicht zu empfehlen, das Netz über Nacht in der Box hängen zu lassen, da sich das Pferd mit den Eisen leicht in den Maschen verhängen kann. Untertags ist es allerdings kein Problem, wenn Stallmitarbeiter oder andere Pferdebesitzer regelmäßig im Stall sind und ein mögliches Verheddern  bemerken können.

Spielzeug in der Box: Das mit dem Spielzeug ist so eine Sache. Oft wird es nicht angenommen oder ist bald schon uninteressant. Es gibt Spielbälle in allen Farben und Größen, zum Aufhängen oder in der Box liegen, es gibt sie mittlerweile sogar mit Apfelgeschmack. Ob das Pferd damit allerdings wirklich glücklich ist, hängt nur vom Pferd ab.  Ich kenne ein Pferd, in dessen Box doch tatsächlich ein Kuscheltier hängt. Immer wieder stupst dieses Pferd das Kuscheltier an, aber richtig spielen tut es damit auch nicht.

Lecksteine: Sie liefern wichtige Mineralien und schmecken Pferden auch. Es gibt sie zum Hängen in der Box und zum Montieren an die Wand.

Holzstücke: Auch wenn Knabbern unter vielen Pferdebesitzern nicht gerne gesehen wird – besser die Pferde knabbern an hochwertigem Holz, das für diesen Zweck geeignet ist. Es gibt spezielle Knabberäste aus Birke, Eiche, Obstgehölze oder Weide, die in der Box angebracht werden. Manche Hölzer wie Eibe sind für Pferde allerdings hochgiftig, weshalb man äußerst vorsichtig sein sollte, was man dem Pferd gibt.

Abwechslung für Pferd und Reiter: Es gibt als Reiter so viele verschiedene Möglichkeiten, sein Pferd auch im Winter zu beschäftigen. Einige Pferde sind wild darauf Kunststücke zu lernen oder lieben es, Ausritte durch die verschneite Landschaft zu unternehmen. Pferde werden viel ausgeglichener und neigen seltener zu Verhaltensstörungen, wenn man sich gut um sie kümmert und ihnen abwechslungsreiches Programm bietet.

Koppelgang: Auch im Winter ist die Koppel für Pferde nicht tabu. Wenn der Boden es zulässt, sollten die Pferde auch im Winter wenigstens für kurze Stunden auf die Koppel, um sich auszutoben oder den Kontakt zu Artgenossen genießen zu können.

Paddock: Wie schon erwähnt lieben Pferde es, ihre Umgebung zu entdecken und sehen gerne, was sich abspielt. Ein Fenster in der Box oder sogar ein Paddock bietet gute Möglichkeiten, die Lageweile zu vertreiben. Die Pferde können Stallmitarbeitern zusehen, haben Kontakt zu den Boxennachbarn und sehen, was sich auf dem Hof abspielt.

Autor: Steffi