Das eigene Pferd - Überlegungen vor dem Kauf

Der Wunsch nach einem eigenen Pferd schlummert in vielen von uns. Vor dem Kauf sollten Sie sich aber ein paar Gedanken machen.

Welcher Reiter hegt nicht diesen heimlichen Traum vom eigenen Pferd? Es wartet am Koppelgatter, wiehert zur Begrüßung und ist ein Traum zum Reiten, sowohl in der Halle, als auch im Gelände. Aber die Realität sieht ganz anders aus. Ein Pferd zu haben bedeutet Arbeit, und das nicht nur einmal oder zweimal am Wochenende – nein, ein Pferd will sieben Tage die Woche Beschäftigung haben und außerdem Zuwendung, einen sauberen Stall und regelmäßige Tierarztkontrollen. Aber was sind die wirklich die wichtigsten Voraussetzungen, die man sich vor dem übereilten Kauf durch den Kopf gehen lassen sollte?

Die Frage der Kosten

Die wohl wichtigste Frage ist: „Kann ich mir ein Pferd überhaupt leisten?“ Je nachdem, in welcher Gegend das Pferd stehen soll und welche Haltungsart bevorzugt wird, kann der Einstellpreis von 100 bis 500 Euro reichen. Natürlich ist es nicht sinnvoll, den billigsten Stall auszuwählen, denn eine große, helle Box ist genauso wichtig wie saubere Einstreu und Qualitätsfutter für die Gesundheit eines Pferdes. Das Stallpersonal sollte ebenfalls qualifiziert sein, um das Pferd ordnungsgemäß versorgen und bei dem Auftreten von Krankheitssymptomen sofort Bescheid zu wissen. Auch der Auslauf ist für Pferde sehr wichtig, deshalb sind große Koppeln ein absolutes Muss. Hat man erst einmal einen passenden Stall gefunden, der auch gut in das Budget passt, ist das aber noch längst nicht alles. Zusätzlich zu den monatlichen Stallkosten kommt die gesamte Anschaffung, von Sattel über Zaumzeug bis hin zu Decke und Putzkasten. Es gibt natürlich einige Ecken, an denen gespart werden kann – gerade beim Sattel ist es aber wichtig, dass er gut auf den Pferderücken passt und keinen Satteldruck verursacht. Auch wenn hierbei einiges gespart werden kann, lohnt es sich, mehr auszugeben, denn je besser die Qualität, desto länger halten Ausrüstungsgegenstände für gewöhnlich.
Neben den einmaligen Anschaffungskosten und dem Kaufpreis, sowie den monatlichen Einstellkosten kommen die Rechnungen von Tierarzt und Hufschmied. Alle vier bis acht Wochen sollten die Hufe des Pferdes kontrolliert werden. Je nach Art des Beschlags variieren auch die Kosten. Tierarztkosten gehört ebenso dazu, denn Pferde müssen zweimal im Jahr geimpft und auch drei bis viermal entwurmt werden. Außerdem sollte genügend Geld als Reserve auf der Seite liegen, denn wie wir Menschen können auch Pferde krank werden oder sich verletzen und dann kann das ganze Ersparte plötzlich weg sein. Kleine Nebenkosten betreffen Versicherungen und Futterzusätze, wenn allerdings in die Ausbildung des Reiters oder des Pferdes investiert werden soll, verschlingt das zusätzlich an Geld.

Ein Pferd bedarf langfristiger Planung

Neben den Kosten stellt sich auch die Frage, ob selbst nach zehn Jahren noch die Lust und der Spaß am Pferd da sein werden. Ein Pferd ist kein Sportgerät, das vier Monate interessant ist und dann einfach in die Ecke gestellt werden kann – nein, beim Pferdekauf muss klar sein, dass ein ordentlich gehaltenes Pferd sogar 30 Jahre alt werden kann. Egal ob eisige Kälte oder brütende Hitze, das Pferd steht in der Box und wartet darauf, beschäftigt zu werden. Ist wirklich genug Zeit vorhanden? Vor dem Pferdekauf sollte diese Fraga wohlüberlegt sein, denn auch wenn vielleicht jetzt im Moment gerade sehr viel Zeit und Lust vorhanden ist, wie sieht es in fünfzehn Jahren aus? Beruflich und privat?

Die Erfahrung ist wichtig

Pferde sind zwar recht genügsame Tiere, doch als angehender Pferdebesitzer sollte man auf jeden Fall Erfahrung mit Pferden haben. Zwei Monate Reitunterricht reichen da nicht aus um sich ein Top-Springpferd zu kaufen, denn das macht weder Reiter noch Pferd glücklich. Schließlich ist ein eigenes Pferd kein Schulpferd, das einmal pro Woche Korrektur geritten wird, um die Fehler der Reitanfänger aufzubügeln. Ein gewisses Minimum an Erfahrung in Bezug auf Reiterliche Fähigkeiten, Pferdepflege und Pferdehaltung ist unbedingt notwendig für den Pferdekauf. Außerdem ist es sicher kein Fehler, eine erfahrenere Person an der Seite zu haben, die mit Tipps und Hilfe aushelfen kann.

Gibt es Alternativen?

Ist der Pferdekauf nun doch nicht mehr so sicher, gibt es auch Alternativen zum eigenen Pferd. Die wohl beliebteste Möglichkeit besonders für Jugendliche, aber auch Erwachsene, ist eine Reitbeteiligung. Eine Reitbeteiligung auf einem Pferd bedeutet, pro Monat einen gewissen Betrag (meist 80 – 150 Euro) zu bezahlen und dieses Pferd dafür ein paar Mal pro Woche reiten zu dürfen. Der Vorteil bei einer Reitbeteiligung ist, dass der Zeitaufwand nicht so groß ist und auch nicht so viele Ausgaben damit verbunden sind. Je nach Absprache mit dem Pferdebesitzer kann man ausreiten, Bodenarbeit machen, spazieren gehen oder für Turniere trainieren. Eine Reitbeteiligung ist eine hervorragende Lösung, wenn man noch nicht bereit für ein eigenes Pferd ist oder einfach nicht so viel Zeit oder Geld zur Verfügung hat. Außerdem können wichtige Erfahrungen gesammelt werden, die später für das eigene Pferd sehr wichtig sind.

Autor: Steffi