Zwerggeckos - Haltung und Kauf

Zwerggeckos sind eine gute Alternative für kleinere Terrarien in der Wohnung

Ein Terrarium im Haus kann ein echter Hingucker sein und nimmt, je nach Bewohnern, gar nicht so viel Platz ein, wie man vielleicht denken mag. Zwerggeckos (wissenschaftlicher Name: Lygodactylus) sind eine gute Wahl, wenn man kein ganzes Zimmer zur Verfügung stellen kann oder vielleicht gleich mehrere Arten halten möchte.
Da die Gattung der Zwerggeckos etwa 60 Arten umfasst, wird sich dieser Artikel nicht mit allen befassen können. Näher eingegangen wird im Folgenden auf den Lygodactylus kimhowelli, picturatus und laterimaculatus, wie sie zu halten sind, wie das Terrarium gestaltet werden sollte, was die Tiere zu fressen brauchen und wo man sie kaufen kann.

Wie sehen Zwerggeckos aus?

Farblich sind Zwerggeckos sehr verschieden. Der aus Kenia stammende Laterimaculatus ist eher bräunlich mit weißen, grauen und schwarzen Flecken. Kimhowelli ist da farbenfroher: Er hat einen gelben Kopf und einen blaugrauen Körper, der von schwarzen Streifen überzogen ist. Picturatus ist ihm sehr ähnlich, nur dass sein Kopf ein deutlich stärkeres Gelb aufweist, während sein Körper von einem schwächeren Blau bedeckt ist. Auch er hat dunkle Streifen.

Alle drei haben einen schlanken Körperbau und besitzen Haftlamellen an Füßen und der Spitze ihres langen Schwanzes, die ihnen das Klettern auch an glatten Oberflächen erleichtern.

Der richtige Aufbau des Terrariums

Insgesamt sind Zwerggeckos auch für Terrarienanfänger geeignet. Sie verzeihen den einen oder anderen Fehler und ihre Haltungsparameter sind nicht ganz so eng wie bei manch anderen Terrarienbewohnern. Dennoch sollte man sich vor der Anschaffung gut informieren und die geringe Körpergröße der Tiere nicht mit geringen Ansprüchen verwechseln.

Viele Zwerggeckos sind Regenwaldbewohner. Allen Arten ist gemein, dass sie tagaktiv sind und ein dicht bepflanztes Terrarium mit Rückzugsmöglichkeiten bevorzugen. Wie die meisten Terrarientiere, sind Zwerggeckos hauptsächlich Schautiere. Sie sollte nach Möglichkeit so wenig wie möglich aus ihrem Terrarium genommen und dadurch gestresst werden. Ein Terrarium mit vielen Verstecken bedeutet außerdem nicht, dass man nichts von seinen Tieren hat. Geckos, die sich in ihrer Umgebung sicher und wohlfühlen, bekommt man eher zu Gesicht, als wenn man das Terrarium so blank wie möglich lässt. Dann drücken sich die Tiere aus Angst in eine Ecke und bewegen sich so gut wie gar nicht.

Zwerggeckos hält man am besten als Pärchen oder in kleinen Gruppen. Je nach Anzahl der Tiere sind schon sehr kleine Terrarien ausreichend. Ein Würfel mit Seitenlängen von 30 cm sollte allerdings keines Falls unterschritten werden. Besser sind Größen ab 40 oder 50 cm, wobei höhere Terrarien besser sind, als längliche.

Außerdem ist die Gestaltung der Rückwand ein großes Thema, da die Tiere gern an Baumstämmen auf und ab klettern, was bei der Haltung im Terrarium nur simuliert werden kann. Zwar besitzen Zwerggeckos Haftlamellen an ihren Füßen und sogar an der Schwanzspitze, dennoch können nicht alle Arten auf Glas laufen. Eine beklebte Rückwand erhöht daher für diese Arten auch die für sie nutzbare Fläche. Außerdem wird ein Terrarium mit Rücken- und/oder Seitenwänden in Holz- oder Steinoptik ein echter Hingucker im Wohnzimmer. Vorgefertigte Rückwände für Terrarien gibt es im Handel. Die Auswahl ist hierbei sehr groß. Wer handwerklich begabt ist, kann sich aber auch selbst an der Gestaltung versuchen. Styropor ist hierbei ein günstiges und leicht zu verarbeitendes Beispiel. Es lässt sich einfach zuschneiden und am Ende mit einem heißen Föhn glätten. Bei der Wahl von Kleber, Farben und Lacken sollte man auf ungiftige Produkte zurückgreifen und das Terrarium vor dem Besatz einige Tage lüften, um übelriechende Dämpfe entweichen zu lassen.

An Bepflanzung eignen sich großblättrige Pflanzen für picturatus, während laterimaculatus eher kleine Blätter bevorzugt. Zusätzlich sollten Äste und Rindenstücke im Terrarium verteilt werden, um den Tieren mehr Lauffläche zur Verfügung zu stellen. Auch naturbelassene Seile aus Hanf oder Sisal, die von Wand zu Wand gespannt werden können, eignen sich dafür. Der Boden sollte mit einem Gemisch aus Erde und Sand bedeckt sein.

Auch die Wahl der Beleuchtung ist sehr wichtig. Idealerweise wählt man mindestens zwei Lampen, eine Leuchtstoffröhre mit UVB Anteil, sowie einen Spot, der in einem kleinen Bereich des Terrariums die Temperatur anhebt. So erreicht man ein Temperaturgefälle mit einem Platz zum Sonnen, sodass sich die Geckos immer selbst aussuchen können, wie warm sie es gerade brauchen. Außerdem gilt, je größer das Terrarium ist, desto stärkere Lampen braucht man für die Beheizung und desto größer kann das Temperaturgefälle ausfallen.

Die Temperatur sollte tagsüber zwischen 25 und 30 °C liegen, wobei es direkt unter dem Spot ein paar Grad mehr haben darf. Kimhowelli mag es insgesamt etwas wärmer. Bei ihm dürfen es lokal auch um die 40 °C sein, natürlich immer mit der Möglichkeit, sich ein kühleres Plätzchen zu suchen. Die Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 50 und 80 % liegen, wobei laterimaculatus es etwas trockener mag, während kimhowelli und picturatus höhere Luftfeuchtigkeit bevorzugen. Die hohe Feuchtigkeit wird erreicht durch tägliches Besprühen der Pflanzen. Dann lecken die Tiere das Wasser auch gern von den Blättern. Dennoch sollte ihnen auch immer ein Trinknapf zur Verfügung stehen. Ein reich bepflanztes Terrarium hält außerdem die Luftfeuchtigkeit besser, als ein Terrarium mit wenigen oder gar keinen lebenden Pflanzen.

Bedacht werden muss außerdem unbedingt, dass ein Terrarium eine doppelte Belüftung benötigt. Eine im unteren Teil des Terrariums und eine im oberen oder in der Decke. So wird ein optimaler Luftaustausch gewährleistet, da unten kühle Luft hereinzieht und oben warme wieder heraus. Mit einer Belüftung auf nur einer Ebene kommt es zu einem Luftstau und im schlimmsten Fall zum Ersticken der Tiere.

Was fressen Zwerggeckos?

Zwerggeckos sind Jäger. Sie bevorzugen die Gabe von Lebendfutter und fressen dabei alles, was sie überwältigen können. Je nach Körpergröße eignen sich daher Erbsenblattläuse, Ofenfischchen, Fruchtfliegen, Bohnenkäfer, Wachsmotten, Heuschrecken, Grillen, kleine Asseln und Spinnen. Alle zwei Tage gibt man pro Gecko vier bis acht Futtertiere ins Terrarium und kann ihnen dann bei der Jagd zusehen. Dabei sollte man bedenken, dass auch die Futtertiere gefüttert werden müssen. Je besser diese gehalten und gefüttert werden, desto nahrhafter sind sie auch für die Geckos. Zusätzlich sollten die Futtertiere regelmäßig mit Vitamin- und Mineralpulver bestäubt werden, um Mangelerscheinungen vorzubeugen.

Daneben kann Geckos auch Fruchtbrei angeboten werden. Dieser sollte jedoch ungezuckert sein. Dafür eignet sich Babynahrung oder man zerdrückt einfach selbst ein Stück Banane und befüllt ein kleines Schälchen mit dem Brei. Dieses sollte jedoch am Abend wieder aus dem Terrarium entfernt werden, da die hohe Temperatur und Luftfeuchtigkeit ansonsten schnell zu Schimmelbildung auf dem Obst führen kann.

Wie alt und groß werden Zwerggeckos?

Zwerggeckos haben eine Lebenserwartung von fünf bis neun Jahren. Je nach Art erreichen sie inklusive Schwanz eine Körperlänge von vier bis neun Zentimetern. Laterimaculatus ist der kleinste der hier vorgestellten Vertreter. Er wird höchstens sieben Zentimeter lang, picturatus bis zu acht und kimhowelli erreicht schließlich ganze neun Zentimeter.

Wo sollte man Zwerggeckos kaufen?

Grundsätzlich sollten nur Nachzuchten gekauft werden. Wildfänge werden oft günstiger angeboten, doch durch den erhöhten Stress, dem die Tiere durch den Fang und langen Transport ausgesetzt sind, werden sie häufig krank, sodass man eventuell nicht lange Freude an den neuen Mitbewohnern hat. Außerdem ist es bei ausgewachsenen Geckos schwierig, das Alter festzustellen. Daher ist es ratsam, bei einem Händler oder Züchter Jungtiere zu erwerben oder nach dem Schlupfdatum zu fragen, um das genaue Alter der Tiere zu kennen. Zwerggeckos können auch im Internet gekauft und verschickt werden, es ist jedoch ratsam, den Tieren diese Art des Transports zu ersparen, wenn es sich vermeiden lässt. Ansonsten sollte der Versand über eine Tierspedition erfolgen.