Rhodesian Ridgeback

Ursprünglich ein afrikanischer Jagdhund. Beliebt wegen seines Charakters, benötigt aber viel Auslauf und Aufmerksamkeit

Der Rhodesian Ridgeback ist eine äußerst beliebte Hunderasse, die allerdings einige besondere Merkmale hat. Wer sich einen Rhodesian Ridgeback zulegen möchte, sollte sich vorher genau über diese Rasse informieren, damit es auch wirklich der passende Hund ist. Ein Rhodesian Ridgeback benötigt nicht nur einiges an Aufmerksamkeit, sondern auch Auslauf. Zudem ist der sehr intelligente Hund schnell unterfordert und benötigt daher unbedingt Erfolge. Als Ersthund für Anfänger ist der Rhodesian Ridgeback nicht zu empfehlen, da er eine einen erfahrenen Hundehalter braucht, damit er sich optimal entwickeln kann.

Herkunft und Geschichte des Rhodesien Ridgebacks

Der Rhodesian Ridgeback stammt eigentlich vom afrikanischen Hund ab. Er geht aus den alten Rassen der ehemaligen Kapkolonie hervor. Durch die verschiedenen Kolonien, die zuerst niederländisch und dann britisch waren, ist es aber durchaus möglich, dass er auch der Hottentottenhund Einfluss auf diese Rasse hatte. Vor allem als Treibhund wurde der Rhodesian Ridgeback bei den Großwildjägern in Südafrika eingesetzt. In der heutigen Zeit ist der Rhodesian Ridgeback jedoch keine ausgewiesene Jagdhundrasse mehr.

Rassemerkmal des Rhodesian Ridgebacks

Der Rhodesian Ridgeback ist die einzige Rasse, die von der Fédération Cynologique Internationale (FCI) in Simbabwe und Südafrika anerkannt wird. Er wird in der FCI Gruppe 6, Selektion 3, als eine Rasse, die mit Lauf- und Schweißhunden verwandt ist, zugeordnet.

Gemäß des FCI Standards hat der Rhodesian Ridgeback Rüde eine Widerristhöhe von 63 bis 69 cm sowie ein Gewicht von bis zu 38 kg. Die Rhodesian Ridgeback Hündinnen sind dabei, mit 61 bis 66 cm nicht viel kleiner und weisen ein Gewicht von bis zu 32 kg auf. Zudem haben Rüden wie auch Hündinnen einen muskulösen und sehr ausgewogenen Körperbau, leicht gewölbte Lenden und eine tiefe Brust. Die Rute ist glatt und stark, wird nach hinten getragen und erinnert an einen leichten Bogen.

Das Fell des Rhodesian Ridgeback ist kurz, dicht, liegt glatt an und glänzt. Die Farbegebung ist unterschiedlich und kann ebenso hell- wie rot-weizenfarben sein. Weiterhin gehört zu den FCI Standards, dass bei einer schwarzen Schnauze auch die Augen dunkel sein müssen. Bei einer hellen, lederfarbenen Nase hingegen gehören bernsteinfarbene Augen. Diese sollten natürlich regelmäßig rund sein, um den Standards zu entsprechen.

Die Ohren des Rhodesian Ridgebacks sollten dunkel gefärbt sein und liegen in der Regel dicht am Kopf. Ein weiteres Merkmal dieser Rasse ist die gute Gesundheit, die fast durch nichts erschüttert werden kann. Doch auch die Eleganz und der Anmut des Rhodesian Ridgebacks zeichnen ihn aus.

Das charakteristischste und wohl auffälligste Merkmal des Rhodesian Ridgebacks ist allerdings der sogenannte „Ridge“. Dieser Haarkamm, der entlang der Wirbelsäule verläuft, wächst entgegengesetzt des restlichen Fells, was schon bei Welpen erkannt werden kann. Die wenigsten Menschen aber wissen, dass dieser Ridge eigentlich eine medizinische Auffälligkeit ist. Der Ridge ist eigentlich eine sehr abgeschwächte Form des „offenen Rückens“, und war lange Zeit ein Streitpunkt in Rassezuchtordnungen. Erst im Jahre 2008 konnte dieser Streit beigelegt werden, nachdem BBC eine Dokumentation ausstrahlte. Denn eigentlich mussten bis zu diesem Jahr alle Rhodesian Ridgeback Welpen, die ohne diesen Ridge geboren wurden, getötet werden, da sie nicht für die Züchtung geeignet waren. Ab dem Jahr 2008 wurden jedoch die geltenden Zuchtordnungen der britischen Rasseclubs abgeändert und somit dürfen gesunde Tiere definitiv nicht mehr getötet werden.

Das Wesen und der Charakter des Rhodesian Ridgebacks

Der Rhodesian Ridgeback hat einen sehr angenehmen Charakter. Er ist weder aggressiv noch scheu. Außerdem ist er absolut zuverlässig und liebevoll und eignet sich auch für Familien, die jedoch schon Hundeerfahrung haben. Der Rhodesian Ridgeback zeichnet sich zudem durch bedingungslose Treue gegenüber seiner Bezugsperson aus. Weiterhin hat diese Rasse eine hohe Intelligenz und ist sehr lernfähig. Daher ist es wichtig, sich mit dem Rhodesian Ridgeback zu beschäftigen und ihn zu fordern. Denn schnell kann er unterfordert sein und ihm wird langweilig. Lernen macht dem Rhodesian Ridgeback viel Spaß. Durch den zwar sehr liebevollen Charakter ist dennoch Einfühlungsvermögen und Sachverstand des Hundehalters gefragt. Eine konsequente Erziehung ohne Härte führt bei diesem Hund zu einer optimalen Entwicklung.

Der sensible Rhodesian Ridgeback kann, bei einer harten Erziehung aggressiv werden und unwilliges Verhalten an den Tag legen. Da ein unwissender Besitzer vielleicht überfordert ist, sollte der Rhodesian Ridgeback nur von erfahrenen Hundebesitzern gehalten werden.

Eine besondere Eigenschaft wird dieser Rasse jedoch zugeschrieben. Der Rhodesian Ridgeback soll den sechsten Sinn besitzen. Dies zeigt sich aber auch daran, dass er selbst in Ruhephasen genau verfolgt, was in seiner Umgebung passiert. Somit ist er ein hervorragender Wächter und keine Angst, er bellt nur, wenn auch ein Grund dafür vorliegt.

Beim Rhodesian Ridgeback ist vor allem der Auslauf sehr wichtig. Er möchte gefordert werden und wenige Minuten am Tag Spazieren zu gehen sind definitiv nicht genug. Die Rasse benötigt jede Menge Auslauf und möchte rennen und toben.

Krankheiten des Rhodesian Ridgebacks

Auch wenn die Hunderasse als stark und äußerst gesund gilt, können doch auch Krankheiten auftreten.

Die SLO (Symmetrische Lupoide Onychodystrophie) tritt häufig im Alter zwischen dem 2. und 8. Lebensjahr auf. Er hat Schmerzen in den Zehen, leckt daran und läuft verhalten. Wird dies nicht behandelt, fallen die Krallen nach und nach aus. Empfehlenswert ist es, das Futter mit Omega-3 und Omega-6-Fettsäuren anzureichern oder auch Biotin und Zink einzusetzen.

Auch eine Schilddrüsenunterfunktion kann auftreten, die sich dann beispielsweise durch Trägheit und Haut- oder Fellveränderung zeigt. Auch ein erhöhtes Schlafverhalten kann an den Tag gelegt werden. Daher sollte eine überhöhte Jodzufuhr unbedingt vermieden werden, da diese eine Hypothyreose auslösen kann.

Eine Krankheit, die eigentlich eher beim Dobermann auftritt, ist das Wobbler-Syndrom. Weshalb der Rhodesian Ridgeback diese bekommt, ist noch unklar. Das Wobbler-Syndrom wird durch Nervenschädigungen im Rückenmark ausgelöst und es kann zu Fehlbildungen kommen. Auch Schnellwüchsigkeit kann dabei auftreten. Begünstigt wird dies vor allem durch einen sehr hohen Kalziumgehalt im Futter, weshalb die Futterzusammensetzung von großer Bedeutung ist.

Preis für einen Rhodesian Ridgeback

Ein Hund kostet Geld und ein Rassehund gleich etwas mehr. Dies hat auch seinen berechtigten Grund, wenn der Rhodesian Ridgeback kontrolliert gezüchtet wird. Wer sich eine solche Rasse anschaffen möchte, muss mit einem Preis von 1.500 bis 2.000 Euro für einen Rhodesian Ridgeback Welpen rechnen. Doch damit ist es noch nicht getan. Diese Summe sollte auch pro Jahr gerechnet werden, um dem Hund das Futter zu geben, das er benötigt, um Tierarztkosten abzudecken und vieles mehr.

Wer diese Kosten nicht scheut und sich sicher ist, dass der treue aber agile Rhodesian Ridgeback der richtige Hund ist, kann sich im Züchterverzeichnis Züchter aus der Umgebung heraussuchen und sich die Hunde unverbindlich anschauen.