Was sie über den Bernhardiner wissen sollten

Der Bernhardiner, bekannt durch seine Einsätze als Suchhund. Was Sie zu Haltung, Pflege und Erziehung wissen sollten.

Bernhardiner sind insbesondere in den Alpen weit verbreitet, da sie eine ganz bestimmte Eigenschaft haben. Sie können Menschen, selbst über weite Strecken hinweg, finden. Ihr Spürsinn ist enorm und gerade deshalb werden sie oftmals als Suchhunde eingesetzt. Dabei hat der Bernhardiner ein sehr sanftmütiges Wesen und ist auch ein hervorragender Familienhund, wenn er denn gefordert wird und genügend Auslauf hat. Bernhardiner sind selbstlos und haben eine große Opferbereitschaft, was glücklicherweise auch noch heute erhalten ist.

Geschichte und Herkunft von Bernhardinern

Der Augustinermönch Bernhard von Menthon gründete, der Legende nach, das Hospiz am großen St. Bernhard. Dies war um das Jahr 1050 und wurde zum Schutz der Reisenden und Pilger gegründet, die den Alpenübergang St. Bernhard nahmen. Die ersten Bezeugungen existieren aus dem Jahr 1125 und im Jahre 1695 zeigten selbst Gemälde des Hospizes Bernhardiner. Doch erst aus dem Jahr 1707 gibt es Notizen über die Bernhardiner Hunde, die von Bauern der Region kamen. Sie dienten zu dieser Zeit dem Schutz des Hospizes.

Im Laufe der Jahre wurden die Hunde allerdings zu Begleit- und Rettungshunde, da sich schnell herausstellte, dass sie zum einen einen hervorragenden Orientierungssinn hatten und zum anderen eine sehr gute Nase hatten. Sie konnten Reisende, die sich verlaufen hatten auch unter den schwierigsten Wetterverhältnissen ausfindig machen und sie aus ihrer misslichen Lage befreien.

Besonders im 19. Jahrhundert wurde der Bernhardiner, durch spektakuläre Rettungsaktionen, bekannt und daher wurde er in der Schweiz im Jahre 1887 als offizielle Hunderasse anerkannt und gilt als seitdem als Schweizer Nationalhund. (vgl. dazu www.welt.de/geschichte/article128808857/Das-Schnapsfass-der-Bernhardiner-ist-eine-Legende.html )

Charaktereigenschaften und Wesenszüge der Bernhardiner

Bernhardiner sind äußerst sanftmütige und sensible Tiere, die zudem sehr anhänglich und kinderlieb sind. Daher sind sie für Familien gut geeignet, da der freundliche Hund mit dem ruhigen Wesen sein Leben für die Familie geben würde. Dennoch kann der opferbereite Hund auch lebhaft oder sogar schelmisch sein und ist eine Bereicherung für jeden Hundebesitzer. Er erträgt ausgelassene Spiele und Neckereien von Kindern mit einer absoluten Gelassenheit und Ruhe.

Bernhardiner sind zwar grundsätzlich zurückhalten, gleichzeitig aber auch sehr wachsam. Die Rasse zeichnet sich vor allem durch den hervorragenden Spür- und Geruchssinn aus und weiterhin haben sie einen sehr zuverlässigen Instinkt. Selbst bei widrigen Wetterverhältnissen kann er Menschen in großer Entfernung ausfindig machen und selbst unter hoch aufgetürmten Schneemassen, findet er diese problemlos.
Der selbstlose Charakter und die Opferbereitschaft ist erstaunlich und über diese verfügt er, auch nach zahlreichen Züchtungen, noch immer. Gleichzeitig ist er aber auch ein außergewöhnlicher Familienhund, der mit Ruhe und Gelassenheit einiges über sich ergehen lässt.

Haltung eines Bernhardiners

Bei der Haltung des Bernhardiners ist einiges zu beachten, wenn man sich diese Rasse zulegen möchte. Zum einen ist die Ernährung sehr wichtig und zum anderen auch der Auslauf. Doch ein Bernhardiner möchte auch gefordert werden und benötigt deutlich mehr Aufmerksamkeit, dass er sich zu einem tollen Hund entwickeln kann. Insbesondere bei der Ernährung kommt es auf einige Dinge an. Hierbei spielen das Alter, das Gewicht, die Größe und auch die Aktivität eine große Rolle. Auch der Gesundheitszustand ist dabei zu beachten. Denn schnell wird die Rasse überfüttert, weil der Halter es gut meint. Daher sollte man sich hier ausführlich beraten lassen und wenn möglich auch das Futter beibehalten, welches er vom Züchter bekommen hat. Dieser wird Ihnen außerdem zahlreiche Tipps zur Ernährung des Bernhardiners geben.


Wer sich einen Bernhardiner Welpen kaufen möchte, sollte bedenken, dass er nicht als Wohnungshund geeignet ist. Bernhardiner benötigen einen großen Platzbedarf, der in der Wohnung nicht gegeben ist. Daher sollte diese Rasse nur gekauft werden, wenn ein großer Garten und genügend Auslauf vorhanden ist.

Die Erziehung von Bernhardiner Welpen sollte konsequent und ohne Härte vonstattengehen. Die Rasse ist sehr sensibel und erträgt Härte nur schlecht. Ein deutliches „Nein“ bei Dingen, die der Bernhardiner nicht soll, reicht in der Regel aus, um dem Tier zu zeigen, was erlaubt ist und was nicht. Denn ist er einmal ausgewachsen, sollte der Hund hören, da kaum jemand einen Hund mit einer solchen Masse halten kann. Alles, was der Bernhardiner im Erwachsenenalter nicht tun soll, muss ihm als Welpe beigebracht werden.

Zudem sollte sich jeder im Klaren sein, dass ein Bernhardiner eine anspruchsvolle Pflege benötigt. Durch die Züchtungen ist jedoch zu einem massigen und großen Tier geworden, der einen Teil seiner Beweglichkeit verloren hat. Trotzdem benötigt diese Rasse genügend Auslauf und Sportarten wie Treibball oder Obedience sind für die Rasse optimal geeignet.

Größe und Farbe von Bernhardinern

Bernhardiner zählen in der „Fédération Cynologique Internationale“ zur Gruppe 2 zu „Pinscher und Schnauzer, Schweizer Sennhunde und Molossoide“. Laut FCI Standard erreichen die Rüden eine Widerristhöhe von 70 bis 90 cm und Hündinnen eine Widerristhöhe von 65 bis 80 cm. Das Gewicht liegt zwischen 55 und 80 kg.

Bernhardiner zeichnen sich vor allem durch die erhabene Gesamterscheinung aus. Sie verfügen über einen sehr harmonischen und kräftigen Körper und einen imposanten und mächtigen Kopf. Der Bernhardiner hat einen sehr aufmerksamen Gesichtsausdruck, der durch den breiten und eckigen Nacken noch unterstrichen wird. In der Regel hat die Rasse dunkelbraune bis nussbraune Augen, die mittelgroß sind. Die mittelgroßen Ohren sind hoch und breit angesetzt.

Der Hals ist kräftig, der Rücken breit und fest und der Brustkorb ist mäßig tief und harmonisch gewölbt. Die Rute, mit dem kräftigen und breiten Ansatz, sollte ungefähr bis zum Sprunggelenk reichen.
Bernhardiner werden als Kurz- bzw. Stockhaar und Langhaar gezüchtet und haben ein sehr dichtes Fell, welches glatt anliegt. Dabei ist das Deckhaar eher mittellang und wellt sich an Kruppe und Hüfte leicht. Die Grundfarbe des Bernhardiners ist weiß mit Platten (Plattenhund). Es kann allerdings auch mit einer zerrissenen oder durchgehenden Decke (Mantelhund) versehen sein. In der Regel ist der Bernhardiner rotbraun mit weißen Abzeichen. Dabei sind vor allem an Brust, Pfoten, Nasenband, Blesse sowie am Genick und an der Rutenspitze die Abzeichen vorgegeben, da sie eine symmetrische Maske darstellen.
Wer sich einen Bernhardiner Welpen kaufen möchte, sollte sich vorher genau über die Rasse informieren. Auch wenn dieser Hund ein hervorragender Familienhund ist, sollte doch einiges beachtet werden. Insbesondere der große Platzbedarf, die aufwendige Pflege und der Auslauf sind dabei wichtig, damit sich der Bernhardiner auch wohlfühlt.