Ausreiten im Winter Wonderland

Ausreiten bei tiefen Temperaturen, Schnee und Sonnenschein, ein Traum. Lesen Sie unseren Ratgeber, um gefährliche Szenen zu vermeiden.

Das bedeutet aber auch, dass es nicht besonders ratsam ist, neue Weg im Winter zu erkunden, sondern lieber bekannte zu gehen, auf denen man sich auskennt und auch mögliche Löcher und andere Gefahren kennt. Grundsätzlich denke ich nicht, dass Galopp ein Problem ist, nur weil Schnee liegt, dennoch sind nicht alle Strecken dafür geeignet. Ich nehme zum Beispiel liebend gerne einen schmalen Waldweg im Galopp, der von Wurzeln geprägt ist und in Schlangenlinien verläuft. Ist der Weg trocken, kennt mein Pferd ihn inzwischen so gut, dass es jede Wurzel ohne Probleme nimmt, im Schnee jedoch würde ich diesen Weg nur im Schritt nehmen, da es mit diesen Wurzeln viel zu gefährlich und rutschig wäre. Ein breiter Feldweg in der Nähe eignet sich dagegen auch für einen Wintergalopp hervorragend. Auch hier gilt: Sicherheit geht vor.

Der Winterspaß kommt nicht zu kurz

Nicht nur Reiter lieben die Winterlandschaft, das sollte man nie vergessen. So kann es vorkommen, dass im Winter viel mehr auf den Reitwegen los ist, und das man auch merkwürdige Dinge – für das Pferd: tödliche Gefahren – antrifft.

Was, wenn der brave Isländer nämlich noch nie im Leben einen Schlitten gesehen hat, oder gar ein Kind, das lachend und quietschend damit den Hang herunter und genau auf ihn zukommt? Für uns Menschen ist völlig klar, was es damit auf sich hat, aber Pferde sind nun einmal Fluchttiere und ich habe das gerade Beschriebene auch schon live erlebt. Absteigen, das Pferd den Schlitten genauestens unter die Lupe nehmen lassen oder sogar die Schlittenfahrer (freundlich!) bitten, doch kurz anzuhalten. Die meisten verstehen es, wenn man ihnen erklärt, dass sich das Pferd nur fürchtet. Ich persönlich liebe Ausritte und besonders im Winter, im Schnee, macht es unglaublich viel Spaß, mit den Pferden draußen zu sein. Meine Reitbeteiligung liebt den Schnee und hat es sich zur Angewohnheit gemacht, den Kopf in den Schnee zu stecken und ganz fest zu schnauben, sodass der Schnee überall landet. Außerdem schüttelt er liebend gerne Tannenzweige bis der ganze Baum wackelt und er und ich wie Schneemonster aussehen – sehr zur Belustigung unserer Begleitung. Aber er hat Spaß daran, und ich kann ihm deswegen nicht böse sein. Schneeausritte gehören für mich einfach zum Winter dazu.

Verschneite Wälder, der lange Galopp durch die weißen Felder – eigentlich ein wunderschöner Traum. Allerdings mag das Ausreiten im Winter gut durchdacht sein, damit es nicht zu gefährlichen Szenen für Pferd und Reiter kommt. Momentan ist das Wetter, zumindest bei uns, eher frühlingshaft als winterlich. Die Sonne scheint jeden Tag und es ist angenehm warm. Doch jetzt im Jänner soll der Schnee dann kommen und mit ihm wird es weitaus schwieriger, entspannte Ausritte zu genießen.

Bewegung. Im Winter, wenn der Schnee alles mit einer dicken Decke überzieht, wird es schwieriger, den Pferden jeden Tag Auslauf auf die Koppel zu bieten, besonders da die Weiden eine Schonzeit brauchen, in der sie sich erholen können und Frost und Schnee die Koppeln in eine Rutschbahn verwandeln können. Dürfen die Pferde dann doch einmal raus, sind sie häufig überdreht, nervös, übermotiviert oder alles zusammen.

Achten Sie auf den Untergrund

Trittsichere Pferde, die schon jahrelang regelmäßig im Gelände unterwegs sind, haben mit dem eisigen oder rutschigen Boden vermutlich keine Probleme, aber andere, denen die Erfahrung fehlt, können nur allzu leicht ausrutschen. Auch Eisen verbessern nicht unbedingt die Trittsicherheit, weswegen es im Winter ratsam wäre, dem Pferd eine Eisenpause zu gönnen, wenn man plant, häufig ins Gelände zu gehen. An manchen Tagen ist es sicherer, umzudrehen und den Ausritt auf einen anderen Tag zu verlegen.

Geschorene Pferde im Winter

Pferde, die im Winter komplett geschoren sind und eingedeckt werden, können sich im Gelände leicht erkälten. Bei einer Teilschur, wobei Rücken, Nieren und Flanken geschützt bleiben, kann man bedenkenlos raus gehen, bei einer Komplettschur jedoch ist es sicherer, eine Nierendecke mitzunehmen, um das Pferd zu schützen.

Wie siehts aus mit dem Schnee

Wie eine weiche Decke liegt der Schnee über Wald, Feld und genauso über Löchern und Unebenheiten. Man weiß nie, was unter der Schneedecke verborgen liegt, deshalb sollte man auch das Tempo so wählen. Pferde sind von Natur aus relativ trittsicher, doch wenn sie nicht sehen, was unter dem Schnee liegt, kann es durchaus einmal passieren, dass sie über eine Wurzel stolpern oder in ein Loch steigen. Im Schritt passiert dabei viel seltener etwas als in einem flotten Galopp, und die Pferde fangen sich schnell wieder.