Pferde fürchten den Pferdeanhänger, was tun?

Ihr Pferd fürchtet sich extrem vor dem Transport mit dem Hänger? Das muss nicht sein...

Alle Pferde im Stall horchen auf, wenn sie dieses eine Geräusch hören, Panik bricht aus und sofort sind sie sich alle ihrer 500 Kilogramm bewusst. Der fürchterliche Hänger ist gekommen, um einen von ihnen zu holen.
Wenn die gefürchtete Hängerfahrt ansteht, kommt man schon mit einem unguten Gefühl zwei Stunden früher in den Stall, um für jede Zickerei und Sturheit gewappnet zu sein, am besten bewaffnet mit den muskelbepackten Brüdern von nebenan und Tonnen von Leckerlis. Und der Neid und die Bewunderung sind groß, wenn man jeden Samstagmorgen zusieht, wie Henrietta ihre Stute problemlos in den Hänger führt und man selbst Staub hustet, wenn sie zum Turnier davonfahren.

Dabei ist es nur eine Frage des Trainings, dem Pferd das Hängerfahren schmackhaft zu machen. Am Klügsten ist es, schon im jungen Alter damit zu beginnen. Schließlich werden die Jungpferde irgendwann von der Mutter getrennt und müssen möglicherweise in eine neue Heimat, oder zur Kastration in die Klinik, – und natürlich kann ein Pferd sich immer verletzen und muss vielleicht in besagte Klinik gebracht werden – sehr lustig, dann Stunden mit dem Führen in den Pferdeanhänger zu verbringen. 

Mit der Mutter mitlernen

Manche Fohlen lernen es auch schon mit der Mutter gemeinsam, denn das große Ding ist natürlich viel weniger beängstigend, wenn man sich hinter dem Schweif von Mami verstecken kann.

Ist die Pferdemutter nicht mehr dabei, muss das Fohlen natürlich an Halfter und Strick gewöhnt sein und sich problemlos führen lassen, damit es auch auf den Hänger gehen kann. Dabei ist es auch notwendig, dass das Pferd auf Kommando stehen leiben kann und das Rückwärtsrichten beherrscht. Je besser die Beziehung zwischen Führer und Pferd, desto leichter wird das Pferd als Herdentier in den Hänger folgen.

Erfahrene Pferde als Vorbild

Für die ersten Trainings kann es tatsächlich hilfreich sein, das Herdentier Pferd auszunutzen und ein ruhiges, erfahrenes Pferd in den Hänger zu führen, ehe das junge Pferd nachkommt.



Wichtig ist beim Führen, dass der Führer als gutes Beispiel vorangeht. Er sollte selbst keine Angst haben und Ruhe ausstrahlen, um dem jungen Pferd die nötige Sicherheit zu schenken, außerdem nicht zögern oder sich ständig nach dem Pferd umdrehen. Sanft aber mit einer gewissen Strenge trainiert man das Aufladen und Abladen. Das bedeutet, nicht strafen, sondern beruhigen und belohnen. Denn was bringt es, wenn das Pferd den Gang auf den Hänger mit Schlägen verbindet? Besser, es verbindet ihn mit Lob und möglicherweise einer Leckerei am Ende.

Anhängen der Pferde im Hänger

Für das Hängerfahren gibt es unterschiedliche Bedingungen, manche plädieren für das Anhängen vorne und seitlich, anderen reicht es vorne, wieder andere binden die Pferde gar nicht fest. Sicherer ist es aber doch, die Pferde vorne anzubinden, damit sie sich nicht drehen können und am Steigen gehindert sind. Außerdem streiten sich die Gemüter darüber, auf welche Seite ein einzelnes Pferd gehört. Links oder doch rechts? Ich denke, dass es relativ egal ist, und die Schreckensvorstellung vieler Reiter, der Anhänger könnte während der Fahrt kippen, ist auf beiden Seiten gleich unwahrscheinlich.

Die Fahrweise muss man natürlich an den Hänger und das Pferd darin anpassen. Man kann keine riskanten Überholmanöver starten und sollte immer langsamer und vorsichtiger als ohne Hänger fahren, Bremsmanöver sanfter ausführen und Kurven umsichtiger anfahren. Auch das tatsächliche Fahren im Hänger muss mit jungen Pferden trainiert werden, denn einige bekommen tatsächlich Panik, steigen oder treten gegen die Wände. Das heißt, dem Pferd sollte während der Fahrt so wenig Stress wie möglich zugemutet werden und Hängerfahrten nur dann durchgeführt werden, wenn sie absolut notwendig sind und nicht bloß zum Spaß das Pferd in der Gegen herumkutschieren.
Beim Verladen brauen auch sowohl Pferd und Führer gewisse Sicherheitsvorkehrungen. Das Pferd sollte zur Sicherheit Transportgamaschen und eventuell Hufglocken bekommen und der Führer immer mit Handschuhen und festen Schuhen ausgestattet sein. Bei jungen und unerfahrenen Pferden sollte man außerdem auf keinen Fall alleine sein, sondern mindestens zu zweit, um möglicherweise das Pferd am Davonlaufen zu hindern oder bei Unfällen helfen zu können.

Das klingt nun relativ gefährlich, doch die meisten Pferde lassen sich problemlos verladen und nur wenige verweigern den Hänger, man muss nur richtig und genügend oft trainieren.