Markenartikel bei Pferd und Reiter

Mode ist wichtig, beim Pferd und auch beim Reiter. Aber sind Marken wirklich das Wichtigste beim Reitsport?

In jedem Stall gibt es unterschiedliche Typen von Reitern. Diese erkennt man eigentlich schon anhand ihrer Kleidung. Denn anders als man vielleicht glaubt, ist es nicht nur von Bedeutung, was das Pferd trägt, sondern auch, was der Reiter anhat.

Wenn ich ehrlich bin, ist mir das immer ziemlich schnuppe gewesen. Ich habe kein eigenes Pferd, sondern eine Reitbeteiligung und anders als viele anderen kaufe ich dieser nicht alle möglichen Sachen. Mit dem Hintergedanken, dass ich nie weiß, wie lange ich das Pferd noch reiten werde. In der Vergangenheit habe ich nämlich schlechte Erfahrungen gemacht und was tue ich mit Pony-Schabracken, wenn ich danach auf ein Großpferd umsteige? Oder mit einem roten Bandageset, dass dem Schimmel zwar ausgezeichnet stand, bei dem neuen Fuchs aber grässlich aussieht? Außerdem haben die Besitzer meiner Meinung nach genügend Sachen für das Pferd, gelegentlich kaufe ich notwendige Sachen wie neue Bürsten oder einen Fliegenschutz, aber das war es dann auch schon. Und ob die Besitzerin nun Eskadron-Satteldecken kauft oder von einer No-Name Marke, ist mir relativ gleichgültig.

Qualität und Alltagstauglichkeit wichtiger als Marken

Genauso gleichgültig ist es mir, was ich selber im Stall trage. Also, bezogen auf Marken. Wenn ich mal im Reitsportladen bin und durch die Abteilungen schlendere, werden meine Augen immer groß anhand der stolzen Preise für ein Poloshirt oder eine Weste von diversen Marken. Außerdem, vielleicht habe ich ja auch immer besonders anhängliche Pferde, die noch dazu nicht ordentlich fressen können und immer dreckig sind, aber ich schaffe es kaum, ohne Flecken auf meinen T-Shirts, Pullovern und Hosen nach Hause zu kommen. Wieso sollte ich da so viel Geld für Markenkleidung verschwenden, die ich nach jedem Mal anziehen waschen muss und immer die Angst habe, ein Fleck geht nicht heraus?

Das ist aber nur meine Meinung, wenn jemand anderer Ansicht ist, akzeptiere ich das natürlich auch. Aber aus diesen Gründen ziehe ich in den Stall hauptsächlich „billigere“ Kleidung an, ich habe in meinem Schrank einen eigenen Stoß von T-Shirts, die mir nicht allzu wichtig sind und unter die Kategorie „darf schmutzig werden“ fallen. Nur diese ziehe ich in den Stall an.

Funktionalität vor Style

Auch bei den Schuhen hat sich diese Methode bewährt. Ich habe zwar insgesamt vier Paar Reitstiefel angesammelt (Winter, Stiefel, Stiefeletten), bin aber im Frühling auf meine alten Wanderschuhe umgestiegen, nachdem ich von den Stiefeletten Blasen bekommen habe. Seitdem ziehe ich im Stall nur mehr die Wanderschuhe an, denn sie sind bequem und haben eine ordentliche Sohle, sodass ich auch lange Spaziergänge im Wald über Stock und Stein mit meinem Pferd machen kann. Meine Schuhe haben aber Mitreitern schon den einen oder anderen Grinser entlockt, aber darum kümmere ich mich nicht. Ich bin Freizeitreiterin, genieße lange Ausritte und mache gerne Dressur- und Springarbeit, aber eben nur Freizeitmäßig.

Wenn ich im Stall zufällig Fotosessions sehe, oder Mitreiter, die sich und ihr Pferd farblich einheitlich und natürlich markeneinheitlich gestylt haben, muss ich immer grinsen. Klar, es ist ganz schön, wenn man solche Fotos hat oder sich im Spiegel minutenlang so betrachten könnte, aber im Endeffekt bringt es nichts, oder? Das Pferd geht dadurch nicht schöner, der Reiter sitzt nicht besser und die Harmonie verbessert es auch nicht. Aber, jeder wie er mag. Ich ziehe weiterhin Wanderschuhe und No-Name Klamotten an. Ach ja, eine Pikeur-Reithose habe ich doch, die sitzt einfach traumhaft gut.