Sind Hunde im Pferdestall erlaubt bzw. erwünscht?

Viele Pferdebesitzer haben auch Hunde und nehmen diese mit in den Stall. Gibt das Probleme und wie ist die Lösung?

In jedem Reitstall gibt es Reiter, die nicht nur Pferde- sondern auch Hundebesitzer sind. Bei einigen Reitern stellen sich nach diesem Satz gewiss die Nackenhaare auf, oder Hundeliebhaber runzeln besorgt die Stirn – Pferd und Hund, verträgt sich diese Kombination? Hunde im Pferdestall? Hunde, die schnell laufen, unter Pferdebeinen herumwuseln, laut kläffen und die Pferde aufschrecken? Hunde, die von Pferdehufen erwischt werden können?
Grundsätzlich sind Hunde in allen Reitställen erlaubt, es sei denn, es hängen Hinweisschilder, welche das Gegenteil verkünden. Rüden sind jedoch oftmals an die Leine zu nehmen, auch junge Hunde werden manchmal nicht geduldet, wenn es ihnen an Gehorsamkeit oder Geduld und Ruhe mangeln. Und das zu Recht! Unruhe Hunde können die sensiblen Pferde aufwühlen, die schnell in Panik geraten, oder sie sorgen für unnötigen Stress und Hektik bei Mensch, Pferd und Hund. Deshalb ist es für alle Beteiligten, auch für sie selber, am besten, junge Hunde zu Hause zu lassen, bis sie „reif“ für den Pferdestall sind.

Hunde im Stall ab wann?

Aber wann und nach welchem Training kann man Hunde in den Stall mitnehmen? Zuerst einmal muss ein Hund die Grundkommandos kennen, „Sitz“ und „Platz“ sind genauso wichtig wie „Bleib“ und „Komm“. Wenn man das Pferd putzt, sattelt oder mit Anderen im Stall quatscht, muss der Hund gehorsam bleiben, sitzen oder liegen und nicht nach Belieben umher streunen. Auch beim Reiten muss er am Rand der Reitbahn oder Reithalle bleiben, vielleicht in einem eigenen Körbchen im Stall, Stübchen oder der Sattelkammer. Es ist äußerst unangenehm und, wie ich selber schon häufig miterlebt habe, anstrengend, wenn ein Hund alle zwei Minuten die Reitbahn durchquert, um zu seinem Herrchen oder Frauchen zu kommen und bittend zu schauen. Manche Pferde fürchten sich auch vor den viel kleineren Vierbeinern.



Hund und Pferd müssen einander gewöhnt sein

Und natürlich müssen Hund und Pferd aneinander gewöhnt sein. Das heißt: langsames Kennenlernen. Nicht, dass von einem Tag auf den anderen jedes Mal ein fremder Hund mitkommt und um den Menschen herumspringt, dem das Pferd vertraut. Genauso müssen auch Hunde langsam an Pferde gewöhnt werden. Viele Hunde fürchten sich am Anfang vor den Hufen oder ganzen Pferde, sie sind bedrohlich für sie und natürlich auch viel größer als sie selbst. Meiner Meinung ist es überhaupt nicht ratsam, mit einem neu eingezogenen Hund sofort in den Pferdestall zu fahren. Besser ist es, wenn zuerst eine gewisse Vertrauensbasis da ist. Umgekehrt gilt natürlich dasselbe. Übrigens ist es auch ratsam, beim Pferde- oder Hundekauf abzuklären, wie es mit der Verträglichkeit aussieht, besonders wenn bereits ein anderes Tier im Haus bzw. Stall lebt.

Ausritte zu dritt

Vertragen sich Pferd und Hund, kann man zu dritt die schönsten Ausritte erleben. Für den Hund ist es sicher angenehm, eine lange Strecke zu laufen, und man kann zu dritt die Landschaft genießen. Ich habe auch schon von Hunden und Pferden gehört, die nach kurzer Zeit die besten Freunde wurden. Einmal wurde ich Teil einer witzigen Begebenheit, als sich nämlich der Chihuahua auf den Rücken des Wallachs setzte und dort ein Nickerchen abhielt, während auch das Pferd döste. Pferd und Hund kannten sich da bereits seit klein auf, bereits als Fohlen jagte der Wallach mit dem Chihuahua über die Wiese. Freundschaften zwischen Pferden und Hunden sind also möglich, zumindest aber Akzeptanz, wenn man sorgfältig ist und das Kennenlernen nicht überstürzt. Manche Hunde, die ich kenne, sind auch mit dem Besuch im Reitstall so vertraut, dass sie jedes Mal in für sie bereitgestellte Körbe trotten und dort schlafen, bis man sie wieder holt.