Brauchen auch Pferde Ferien bei großer Hitze?

Auch Pferde leiden unter zu großer Hitze, zumindest einige Rassen. Sollte man Ihnen daher frei geben?

Ein ganz aktuelles Thema, der Sommer kommt nämlich und nicht nur wir schwitzen, auch unsere vierbeinigen Freunde leiden unten der Hitze, manche mehr, andere weniger. Viele Pferde bekommen schnell Kreislaufprobleme und so kann das Reiten bei Hitze im Sommer zur Qual werden. Besonders Isländer, Fjordpferde, Haflinger und Kaltblüter – Rassen, die in ihrem Ursprungsgebiet hauptsächlich kalten Temperaturen ausgesetzte waren – und Friesen (aufgrund ihres dunklen Fells) leiden im Sommer. Je dicker der Pelz, desto wärmer wird ihnen zusätzlich. Zum Glück gibt es einige Dinge, die ein problemloseres Überstehen der Sommerhitze ermöglichen.

Meine Reitbeteiligung reagiert sehr anfällig auf die Hitze, speziell bei über 30 Grad, wenn er den ganzen Tag auf der Koppel steht. In der Mittagszeit steht er dann meistens im Schatten einiger Bäume, bewegt sich nicht viel und oft hält er sogar ein Mittagsschläfchen. Zwar ist es in meinem Stall nicht üblich, die Pferde über Mittag in die Box zu stellen, allerdings ist das eine gute Möglichkeit für hitzeempfindliche Pferde, besonders wenn auf der Koppel nur wenig oder gar kein Schatten vorhanden ist. Ausreichend Trinken ist nicht nur für uns Menschen, sondern auch für unsere Pferde wichtig, und das Abkühlen der Pferde durch kühle Duschen hat auch einen gewissen Reiz. Hier ist es allerdings wichtig, immer bei den Füßen anzufangen und sich erst langsam hochzuarbeiten. Mein Haflinger, der eigentlich total wasserscheu ist und im Gelände kaum über eine Pfütze zu bringen ist, liebt das Abspritzen im Sommer und genießt eine Dusche richtig. 

Letzen Sommer, als das Thermometer bis zur 40 Grad-Marke hochkletterte, hatte meine Reitbeteiligung hitzefrei. Er verbrachte den ganzen Tag auf der Koppel, mittags oft auch in der Box, wenn es auf der Weide zu heiß wurde, und abends gönnten wir ihm eine Dusche, hin und wieder etwas Bodenarbeit, Spaziergänge oder er durfte in der Halle laufen, aber an Reiten dachten wir überhaupt nicht. Einerseits ihm zuliebe, andererseits freute es weder die Besitzerin noch mich, in der schwülen Hitze zu reiten. Umso mehr erschreckte es mich, als ich einmal um ein Uhr in den Stall fuhr, um nach dem Pferd zu sehen, da er tags zuvor Probleme mit dem Kreislauf hatte, und auf dem Reitplatz, mitten in der prallen Sonne, gerade die Hindernisse für eine Springstunde aufgebaut wurden. Keine halbe Stunde später sprangen sie schon. Für mich ist das unverständlich, wenn ich bei solch hohen Temperaturen schon unbedingt reiten muss, warte ich doch auf die kühleren Abendstunden und jage mein Pferd nicht auch noch über Hindernisse, und das noch dazu in der prallen Sonne. Leider sind viele Pferdebesitzer anderer Meinung. Natürlich vertragen manche Pferde die Hitze besser als andere, aber selbst unempfindlichen Pferden sollte das Reiten in der prallen Mittagssonne nicht zugemutet werden. Auch Pferde können einen Hitzeschlag oder Sonnenbrand bekommen, und dann muss der Tierarzt anrücken.

Reiter bei Hitze geht für mich gar nicht, maximal abends, wenn die Sonne verschwunden ist und die Hitze nicht mehr so drückt. Dann sind unerwünschte Plagegeister wie Fliegen oder andere Viecher auch bei Weitem nicht so lästig. Meine Reitbeteiligung, und das konnte ich auch bei vielen anderen Pferden beobachten, ist viel motivierter und gelassener, wenn ich ihn im Sommer erst am Abend zum Reiten hole. Kein Pferd arbeitet gerne bei hohen Temperaturen, das gilt für unsere Vierbeiner genauso wie für uns Menschen!