Dritter Teil unserer Einstreuarten Serie - Strohhäcksel

Lesen Sie im dritten Teil unserer Serie weiter Alternativen für Einstreu von Strohhäcksel bis Hanfeinstreu

Eine gute Alternative zur Einstreu aus Holzspänen sind Strohhäcksel. Strohhäcksel werden aus Stroh hergestellt, allerdings sind sie anders als Stroh entstaubt und deshalb auch für Allergiker zu empfehlen. Die hohen Preise, die bei Säge- oder Hobelspänen anfallen, sind bei Strohhäckseln kein Problem, da Stroh billiger ist. Man benötigt aber bei weitem nicht so viel Einstreu wie bei Stroh, weshalb Strohhäcksel eine gute, billige Mischung der zuvor erwähnten Einstreuarten sind. Außerdem sind Strohhäcksel leicht kompostierbar und für Stallbetreiber eine optimale, billige und leicht entsorgbare Variante.

Seit einem halben Jahr steht meine Reitbeteiligung nun auf Strohhäckseln und ich kann nicht besonders viele Unterschiede zu den zuvor verwendeten Spänen feststellen. Die Einstreu nimmt den Urin sehr gut auf und das Misten ist sehr schnell erledigt, schneller und einfacher als bei allen anderen Einstreuarten, die ich bisher kennen gelernt habe, allerdings rieche ich manchmal schon beim Betreten der Box die von Urin getränkten Stellen, was für mein Pferd gewiss ebenfalls nicht angenehm ist. Wenn man die dreckigen Stellen ordentlich und regelmäßig entfernt, ist  das aber sicher kein Problem.

Strohpellets als Einstreu nutzen

Neben Strohhäckseln gibt es auch eine ähnliche Form: Strohpellets. Strohpellets bestehen aus Stroh und werden unter hohen Temperaturen und mit großem Druck zusammengepresst, wodurch auch Pilze und Bakterien abgetötet werden. Nach dem Einstreuen sollten die Pellets angefeuchtet werden (bei gefräßigen Pferden welche die Pellets möglicherweise auch fressen, kann man auch etwas Essig hinzugeben), denn dadurch quellen die Pellets auf und bilden eine gleichmäßige Matratze. Allerdings sehen sie, besonders wenn sie von Pferden niedergetreten werden, optisch nicht besonders angenehm aus, sondern dunkel und leicht matschig. Aber dafür sind sie auch sehr saugfähig und das Misten ist angenehm und kann in Rekordgeschwindigkeit erledigt werden. So benötigt man auch nicht viel Einstreu, weshalb die Preise sehr niedrig bleiben, genau wie bei Strohhäcksel. Da sie nur aus Stroh bestehen ist das Entsorgen ein Kinderspiel, aber dafür ist die Staubentwicklung auch etwas höher.



Hanfeinstreu - Bedenken und Lösungen

Ich persönlich bin kein Fan der Hanfeinstreu, da ich schon mal davon gehört habe, dass ein Pferd an einer Kolik starb, nachdem es sich an Hanf überfressen hatte. Allerdings war das vermutlich ein Einzelfall, denn kaum ein Pferd frisst die Hanfeinstreu und falls doch, kann man die Box mit Essigwasser oder Bitterstoffen besprühen oder auf eine andere Einstreuart wechseln.
Die Hanfeinstreu bei Pferden hat nichts mit Marihuana oder Haschisch zu tun, für die Einstreu wird Industriehanf verwendet, bei dem die Konzentration der rauscherzeugenden Substanz (Tetrahydrocannabinol) sehr gering ist. In der Schweiz ist Hanfeinstreu bei Nutztieren allerdings verboten, und auch bei uns verwenden nicht viele Hanf als Einstreu. Allerdings ist Hanf sehr saugfähig, er bindet auch die Gerüche gut und lässt sich leicht kompostieren.

Torf, eigentlich keine Alternative

Torf als Pferdeeinstreu erwähne ich hier nur der Vollständigkeit halber, denn aus ökologischen Gründen sollte man ihn als Einstreu vermeiden. Beim Abbau von Torf werden Mooren trockengelegt, wodurch  die Lebensräume vieler Tier- und Pflanzenarten zerstört werden, deshalb wird Torf fast nicht mehr verwendet. Zwar ist diese Einstreuart sehr saugfähig und geruchsbindend, aber Torf verrottet auch schlecht und kann überdies das Hufhorn der Pferde angreifen – also der Umwelt zuliebe Finger weg von Torf.

Papierschnitzel werden selten verwendet

Auch Papierschnitzel bekommen nur einen kleinen Absatz in diesem Artikel, da auch sie selten oder kaum verwendet werden. Papier saugt sich einfach viel zu schnell voll, beginnt zu stinken und muss häufig ausgewechselt werden. Außerdem ist die Druckerschwärze eine großer Nachteil, da sie giftig ist und für das Pferd schlimme Folgen hat, sollte das Pferd sie zum Beispiel beim Fressen von Heu aufnehmen.
 
Im nächsten Artikel werde ich die unterschiedlichen Vor- und Nachteile noch einmal genau aufzählen und meine eigene Meinung zu den Einstreuarten schildern.