Stroh, der Klassiker als Einstreu kann vom Pferd auch gefressen werden

Zu den bewährten Klassikern der Einstreuarten zählt sicher Stroh. Dessen großer Vorteil ist es, dass Pferde es auch fressen können.

Da ich zuvor schon erklärt habe, welche Grundvoraussetzungen eine gute Pferdeeinstreu braucht, möchte ich nun einige Einstreuarten aufzählen.

Der Klassiker unter den Einstreumöglichkeiten ist Stroh. Es hat unzählige Vorteile, der wichtigste ist aber, dass die Pferde Stroh fressen können. Das Kauen entspannt, vermindert Stress und beugt Langeweile vor, weshalb einige Verhaltensprobleme wie Koppen bei Pferden, die auf Stroh stehen, kaum vorkommen. Andererseits bedeutet das auch, dass für besonders verfressene Pferde Stroh als Einstreu nicht sehr gut geeignet ist, da diese sich am Stroh überfressen könnten. Es dient zwar neben Heu als wichtige Raufutterquelle, ist aber viel schwerer verdaulich, weshalb pro 100 kg Körpergewicht maximal 0,8 kg Stroh zu empfehlen ist. Ist die Box des Pferdes also jeden Morgen um einiges leerer und nimmt besagtes Pferd kontinuierlich zu, sollte man vielleicht auf eine andere Einstreu zurückgreifen.

Stroh ist günstig und kompostierbar

Stroh ist allerdings auch die billigste Variante im Vergleich zu anderen Einstreuarten und ist auch leicht kompostierbar. Gutes Stroh muss von einer goldgelben Farbe sein, trocken und so staubfrei wie möglich. Ich habe schon einmal eine Box gesehen, in der das Stroh dunkel verfärbt war. Noch während ich mir die Box angesehen und gerätselt habe, warum das so ist, wurde alles Stroh herausgenommen und mir erklärt, dass es schimmlig oder von Pilzen befallen war. Daraufhin war mir klar, dass das Pferd eine neue Matratze bekam, denn wie ich im vorigen Artikel schon erwähnt habe, kann schimmliges Stroh schwere Erkrankungen zur Folge haben, denn die Pferde fressen es ja auch. Außerdem sollten die Halme nicht zu lang sein, da sonst die Saugfähigkeit nicht gewährleistet ist. Es gibt das sogenannte Langstroh und das Kurzstroh, am besten ist allerdings Stroh, das weder zu lang, noch zu kurz ist.



Stroh ist schwer zum Ausmisten

Ein Nachteil von Stroh ist, dass es wohl am schwierigsten zum Ausmisten ist und dabei viel Zeit in Anspruch nimmt. Jeder, der schon einmal eine dreckige Box aus Stroh gemistet hat, wird wissen wovon ich spreche, besonders wenn man den Vergleich zu anderen Einstreuvarianten kennt.

Von Stroh gibt es allerdings auch mehrere Arten, unter anderem Weizenstroh, Gerstenstroh, Roggenstroh und Haferstroh. Ich habe vielfach gehört, dass Weizenstroh die beste Art sein soll, da die Saugkraft am besten ausgeprägt ist und dieses Stroh den meisten Pferden auch sehr gut schmeckt. Roggenstroh ist einigen Pferden zu bitter, und auch wenn Haferstroh sehr gerne gefressen wird und leichter verdaulich ist, ist die Herstellung schwieriger, da es schneller Schimmel ansetzt und es verfügt auch über keine gute Saugkraft. Gerstenstroh dagegen ist hinter Weizenstroh das beliebteste Stroh, da es recht saugfähig ist und den Pferden auch gut schmeckt.

Strohmehl als Alternative

In einem Stall, in dem das Pferd einer Bekannten steht, wird Strohmehl als Einstreu verwendet. Meine Bekannte erklärte mir, dass ihr Pferd den Staub von normalem Stroh nicht vertrug und sie deshalb den Tipp bekommen hatte, auf Strohmehl umzustellen. Dieses ist im Grunde kleingehäckseltes und entstaubtes Stroh und deshalb auch für Stauballergiker gut verträglich. Es weist ähnliche Eigenschaften wie Sägespäne auf, die ich im nächsten Artikel näher beschreiben werde, und wird wie Späne in zusammengepressten Ballen transportiert, anders als normales Stroh, das nicht in verpackten, sondern offenen Ballen gelagert wird. Strohmehl ist auch sehr saugfähig, allerdings meinte meine Bekannte, dass Sägespäne sogar noch ein bisschen saugfähiger sei. Das Misten ist allerdings einfacher, wie ich selbst feststellen durfte. Feuchtes Strohmehl und Pferdeäpfel bleiben auf der Mistgabel, während das saubere Strohmehl durch die Zwischenräume rieselt und man so nur das Nötigste entfernen muss und nicht wie beim Stroh sowohl das saubere als auch das schmutzige mitnimmt. Die meisten Pferde fressen es auch nicht – Ausnahmen gibt es aber dennoch.

Als Alternative zum Stroh ist Strohmehl hervorragend geeignet, besonders wenn das Pferd den Staub nicht gut verträgt oder das Misten vom Stroh zur täglichen Qual wird.

Im nächsten Artikel werde ich weitere Einstreumöglichkeiten aufzählen, denn es gibt mittlerweile vieles, was unseren Pferden als Matratze dient.