Neben Stroh eigenen sich Späne als Einstreu für den Stall

Späne werden anders als Stroh in die Pferdebox eingebracht und sind auch einfach zu verarbeiten

Neben Stroh gibt es natürlich auch noch eine Vielzahl anderer Einstreuarten, die man allerdings ganz anders einstreut als Stroh.

Für die Grundeinstreu werden meist mehrere Ballen benötigt, mit denen der Boden je nach Bedarf (bei Gummimatten als Unterlage reicht eine dünne Schicht, sonst sind mindestens 20 cm Höhe optimal) eingestreut wird. Zum Misten entfernt man die schmutzige Streu und die Pferdeäpfel, je nach Art der Einstreu sollte man den gesamten Boxeninhalt einmal in der Woche oder nur einmal im Monat entfernen, manchmal reicht es sogar noch seltener.

Leinstroh oder Flachsstroh

Eine davon ist Leinstroh, oder auch Flachsstroh. Wie der Name schon sagt besteht es aus kleingehäckselten Flachsstängeln und entsteht bei der Herstellung von Leinöl als Nebenprodukt.

Leinstroh ist besonders für Allergiker oder empfindliche Pferde geeignet, denn es ist besonders staubfrei. Auch Pferdebesitzer, deren Pferde das ganze Stroh über Nacht auffressen, werden Leinstroh lieben, denn darin sind Bitterstoffe enthalten, weshalb sich kein Pferd den Bauch damit vollschlägt. Außerdem ist die Saugfähigkeit sehr viel höher als bei Stroh, Leinstroh nimmt etwa das Fünffache seines Eigengewichts auf und dennoch bleibt die Oberfläche trocken. Natürlich gilt auch hier wieder, dass regelmäßiges Misten Pflicht ist. Allerdings ist das Misten viel einfacher, die Pferdeäpfel und das nasse Leinstroh kann sehr gut von der sauberen Einstreu getrennt werden, wodurch man auch den Geldbeutel schont, denn pro Woche benötigt man maximal zwei neue Ballen. Wie Strohmehl wird auch Leinstroh zusammengepresst in Ballen transportiert, allerdings ist Leinstroh viel weicher und sehr gelenkschonend.



Einstreu aus Holzprodukten

Mittlerweile ist auch Einstreu aus Holzprodukten sehr beliebt. Grund dafür, dass viele Pferdebesitzer eher zu Sägespäne oder Hobelspäne greifen ist einerseits die hohe Anzahl der Allergiepferde und andererseits die dicken Bäuche der Pferde, die über Nacht ihre ganze Einstreu fressen, wodurch sie oftmals Koliken bekommen oder zumindest die sportlich schlanke Figur im Eimer ist. Wichtig bei diesen Arten von Einstreu ist, dass sie aus unbehandeltem Naturholz hergestellt werden und entstaubt sind. Sägespäne kann man meist direkt aus einem Sägewerk holen, Hobelspäne werden in 20kg Ballen geliefert.

Sägespäne

Eine ähnliche Variante zum Leinstroh sind Sägespäne. Meine Reitbeteiligung stand lange Zeit auf Sägespäne und ich kann mich darüber nicht beklagen. Zum Misten sind die Späne recht praktisch, ungefähr genauso wie Leinstroh, denn auch darauf stand mein Haflinger einige Zeit. Dazu muss ich sagen, dass er sehr reinlich ist und nie in der Box mistet. Bei Pferden, die gerne eine Sauerei in der Box veranstalten, ist das Entfernen der mit Sägespäne vermischten Pferdeäpfel etwas mühsam, da man dabei leicht die sauberen Späne mitnimmt. Aber die Saugfähigkeit ist auch bei Sägespäne sehr gut, Leinstroh ist vielleicht etwas saugfähiger. Sägespäne sind auch ideal für Allergiker, da auch sie entstaubt sind, allerdings sind die 20kg Ballen nicht gerade billig. Da man aber bei weitem nicht so viel Masse benötigt wie bei der Stroheinstreu, bleibt der Preis von Sägespäne und Stroh ungefähr gleich. Ein Nachteil der Sägespäne ist allerdings, dass Sägespäne sehr schwer kompostierbar sind und in unkompostiertem Zustand die Späne teuer entfernt werden müssen, weshalb viele Stallbetreiber Sägespäne ablehnen.

Hobelspäne

Neben Sägespäne gibt es auch noch Hobelspäne, die wie Sägespäne aus Holz hergestellt werden. Entstaubte Hobelspäne bieten dieselben Vorteile wie Sägespäne, auch Hobelspäne sind sehr saugfähig und gut geeignet für Allergiker oder Pferde mit Hufproblemen. Auch Hobelspäne ist sehr weich, geruchsbindend und das Misten angenehmer als bei Stroh. Aber auch Hobelspäne sind teuer und genauso schlecht kompostierbar.

Im nächsten Artikel werde ich noch auf Strohhäcksel und -pellets, Hanf, Torf und Papierschnipsel eingehen.