Überblick und Fazit zu unserer Einstreuarten-Reihe

Lesen Sie den letzten Teil unserer Artikel-Reihe Einstreu für Pferde mit einem Überblick und einem Fazit

Als Pferdebesitzer steht man vor einer Unmenge an Möglichkeiten und der Frage, welche Einstreu nun die Richtige für das eigene Pferd ist. Die vielen Anbieter mit ihren Premium-Packungen oder Sonderpreisen machen es uns auch nicht gerade leichter. Im Grunde muss jeder selbst entscheiden, mit welchen Nachteilen man am besten leben kann und ob der Preise eine größere Rolle spielt oder doch eher der Geruch. Und ich kann nur wiederholen: Selbst die beste Einstreu bringt nichts, wenn nicht ordentlich gemistet wird! Hier noch einmal ein kurzer Überblick über die von mir erwähnten Einstreuarten, wobei es natürlich noch viel mehr gibt.

Stroh

+ wichtige Rauhfutterquelle
+ Beschäftigung
+ leichte Entsorgung
+/- billig, Preis wegen der großen Mengen allerdings hoch
- viel anfallender Mist
- viel Arbeit beim Misten
- Staub
- überfressen

Strohmehl

+ staubfrei, geruchsbindend
+/- gute Saugfähigkeit
+ leichte Entsorgung
+ leichtes Misten

Strohhäcksel

+ staubfrei, eher geruchsbindend
+ extrem hohe Saugfähigkeit
+ leichte Entsorgung
+ leichtes Misten
+ Preis



Strohpellets

+ meistens staubfrei, geruchsbindend
+ sehr hohe Saugfähigkeit
+ leichte Entsorgung
+ leichtes Misten
+ sterilisiert
- manche Pferde fressen die frischen Pellets

Leinstroh

+ staubfrei, geruchsbindend
+ sehr gute Saugfähigkeit, weich und gelenksschonend
+ Bitterstoffe gegen Fressen
+ leichte Entsorgung
+ leichtes Misten
- Preis (allerdings wegen der niedrigeren Menge geringer)

Sägespäne und Hobelspäne

+ staubfrei, geruchsbindend
+ gute Saugfähigkeit, weich
+ leichtes Misten
- schwer kompostierbar
- Preis (allerdings wegen der niedrigeren Menge geringer)

Hanf

+ staubfrei, geruchsbindend
+ sehr hohe Saugfähigkeit
+ leichte Entsorgung
- Preis

Torf

+ kein Staub, geruchsbindend
+ gute Saugfähigkeit
- Zerstörung von Mooren, Lebensräume!

Papierschnitzel

- geringe Saugfähigkeit, häufiges Auswechseln
- Geruch
- giftige Druckerschwärze

Fazit: Das gute alte Stroh hat ausgedient. Zwar verbinden wir Menschen häufig eine gute und saubere Pferdebox mit Stroh, aber wir vergessen dabei, dass das Stroh nicht nur stachlig, sondern auch sehr wenig saugfähig ist und für die Pferde oft eine andere Einstreu wesentlich besser wäre. Es gibt mittlerweile schon so viele Alternativen zum Stroh, wobei viele Landwirte oder Betreiber von Reitställen immer noch Stroh verwenden, aufgrund der geringen Kosten. Doch betrachtet man den hohen Arbeitsaufwand und den vielen Mist der entsteht, sind andere Einstreuarten doch wesentlich günstiger. Andererseits nimmt man dem Pferd auch eine wichtige Rauhfutterquelle, und Langeweile kann schnell eintreten. Aber es gibt Möglichkeiten wie Futternetze, Spielzeug oder anderem, um dem Abhilfe zu schaffen.

Meine Favoriten sind Strohhäcksel und Sägespäne. Strohhäcksel deshalb, weil ich im letzten halben Jahr gute Erfahrungen damit gemacht habe, besonders was das Misten anbelangt. Außerdem sind Strohhäcksel billig und können leicht entsorgt werden. Außerdem ist über den nassen Stellen immer eine saubere und trockene Oberfläche, was von der Qualität der Einstreu zeugt. Auch mit Sägespänen habe ich bislang gute Erfahrungen gemacht, als ich ein paar Wochen in einem Reitstall geholfen habe, in dem Sägespäne verwendet wurden. Manche Pferde vermischen schmutzige und saubere Späne allerdings gerne über Nacht, wodurch das Ausmisten etwas schwierig wurde, aber mit etwas Übung ist auch das kein Problem. Meiner Meinung nach riechen Sägespäne sehr gut und verursacht einen angenehmen Stallgeruch und ein gutes Stallklima. Selbst nach vierundzwanzig Stunden roch es noch genauso und den Pferden in diesem Stall gefielen ihre Boxen auch sehr gut, was man am häufigen Wälzen gut erkennen konnte.

Wie bei so vielen Dingen sollte sich aber auch bei der Einstreu jeder seine eigene Meinung bilden und besonders darauf achten, was seinem Pferd gefällt.