Pinto, das gescheckte Indianerpferd

Nicht nur Indianderpferde nennt man Pinto, sondern es ist ein Sammelbegriff für alle gescheckten Pferde

Bunt gescheckte Indianerpferde mit Federn in der Mähne und Indianern ohne Sattel auf dem Rücken – das assoziieren die meisten mit dem Begriff „Pinto“. Doch dahinter verbirgt sich viel mehr, denn Pinto ist nur eine Sammelbezeichnung für gescheckte Pferde aller Rassen. Vom langhaarigen Pony über das sportliche Springpferd bis hin zum großen Kaltblut mit langen Kötenbehängen reicht der Begriff.

Der Begriff leitet sich von den spanischen Wörtern „pinta“ und „pintado“ ab, was so viel heißt wie „Fleck“ beziehungsweise „bunt gefleckt“. Als Pinto bezeichnet man nun also alle Pferde, deren Fell von Geburt an eine deutliche Scheckung aufweist. Warum unbedingt von Geburt an? Die Fellfarbe, die ein Pferd bei der Geburt hat, muss es nicht unbedingt sein Leben lang behalten. Das typische Beispiel dafür sind Schimmel, das heißt weiße Pferde. Diese werden als Rappen, Braune oder manchmal sogar Füchse geboren, zumindest aber in einem dunkleren Haarkleid und werden erst im Laufe von einigen Jahren heller, ein Vorgang, der bis zu sieben Jahre dauern kann. Schecken dagegen werden schon als solche geboren, auch die weißen Stellen sind schon bei der Geburt weiß und müssen nicht erst ausschimmeln.

Es gibt nun außerdem genaue Richtlinien, ab wann ein Schecke als Pinto gilt. Es muss mindestens ein Fleck vorhanden sein der größer als 500 Quadratzentimeter ist, außerdem gelten Flecken nicht am Kopf (Abzeichen) und unterhalb der Sprunggelenke.

In der Geschichte wurden die Pinto-Pferde mal geschätzt und gezüchtet, mal versuchte man, die Scheckung aus verschiedenen Rassen herauszuzüchten. So gab es früher beispielsweise viele gescheckte Friesen, bevor man die unerwünschten Farben wegzüchtete. In Europa galten die Pintos lange als belächelte „Indianerpferde“ und man hegte auch den Glauben, dass gescheckte Pferde weniger leistungsfähig und dümmer als einfärbige Pferde seien. Die Intelligenz und Leistungsfähigkeit hat jedoch nichts mit den äußerlichen Farbmerkmalen zu tun.

Da Pintos nun keine eigene Rasse, sondern nur eine Sammelbezeichnung für die Farbzucht sind, ist der Begriff in einige Bereiche unterteilt. So gibt es verschiedene Arten von Pintos:

Die Araberpintos sind, wie der Begriff verrät, ähnlich den Arabern, elegante, mittelgroße Pferde mit den typischen Merkmalen der Araber.
Daneben gibt es den Stocktyp Pinto, ein mittelgroßes Westernpferd, das dem Quater oder Paint Horse entspricht.


Die Pinto Tinker sind große, schwere Kaltblüter mit großem Kopf und langen Kötenbehängen. Sehr bekannt ist auch der Barockpinto, der sich für die Hohe Schule hervorragend eignet. Er eignet sich sowohl für Dressur, die Kutsche und Freizeit und dabei werden hauptsächlich andere Barockpferderassen wie Andalusier, Berber oder Friesen eingekreuzt. 

Außerdem gibt es Pinto-Ponys sowie kleinere Reitpferde mit Scheckungen, wobei erstere meistens im Typ der Deutschen Reitponys stehen und letztere aus kleineren Warmblütern und Haflinger gezüchtet werden, Beide Pinto-Typen eignen sich für den Freizeit- und Turniersport, und heben sich natürlich durch die besonderen Scheckungen von den übrigen Pferde ab.
Und zu guter Letzt gibt es auch Mehrgänger unter den Pintos, speziell gezüchtete Gangpferde, die nicht nur Schritt, Trab und Galopp beherrschen, sondern auch Tölt, Walk oder Pass. Dazu werden verschiedene Gangpferderassen gekreuzt, beispielsweise American Saddlebred oder Missouri Foxtrotter.

Pintos sind äußerst vielseitige Pferde, und besonders speziell sind natürlich die Scheckungen. Die häufigste Scheckung ist die Tobiano-Scheckung, eine Plattscheckung, bei der großflächige und ruhige Konturen vorhanden sind. Die Overo-Scheckung ist zwar ebenfalls eine Plattscheckung, allerdings sind die Konturen dabei viel unruhiger, oft werden sie auch als „zerrissen“ bezeichnet, die Flecken eines Overo ähneln Inselgruppen mit kleinen und größeren Inseln mit unterschiedlichen Umrissen, während ein Tobiano eher vergleichbar ist mit einer Landkarte mit großen Kontinenten ohne nennenswerten Inseln. Dann gibt es auch noch die Sabiano-Scheckung, die vergleichbar mit Sprenkeln ist, mehr oder weniger stark ausgeprägt kann sie von fast vollständig weiß bis zu minimalen Sprenkeln reichen.